Nach dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine wurde Russland auf unbestimmte Zeit aus sämtlichen europäischen Fußballbewerben ausgeschlossen. Russische Teams dürfen nicht mehr an den internationalen Klubwettbewerben teilnehmen, die Nationalmannschaft wurde vor den entscheidenden Play-off-Spielen um die WM-Qualifikation aus dem Bewerb geworfen, nachdem sich die Gegner Polen, Schweden und Tschechien weigerten, gegen Russland zu spielen.
Nun wurde aber bekannt, dass der bosnische Fußballverband ein Freundschaftsspiel gegen Russland vereinbarte. Die Partie soll am 19. November – einen Tag vor dem Auftakt der Weltmeisterschaft in Katar – in St. Petersburg ausgetragen werden.
Allerdings stellen sich nicht nur Fans in sozialen Netzwerken, sondern auch Star-Spieler Miralem Pjanic und auch bosnische Politiker gegen die Austragung des Spiels. "Diese Entscheidung ist nicht gut, ich bin sprachlos", wurde der Fußball-Star in bosnischen Medien zitiert. Ob der 32-Jährige darüber nachdenkt, das Spiel zu boykottieren, blieb aber offen.
Ähnlich scharfe Töne kommen derweil auch von Benjamina Karic, der Bürgermeisterin Sarajevos, via Twitter: "Sarajevo als Stadt, die lange unter Belagerung von Aggressoren stand, und ich als Bürgermeisterin verurteilen diese Entscheidung des Verbandes deutlich." Die Zusammenarbeit mit dem Verband soll vorerst eingestellt werden.