Bosnier schämen sich für erste Pride in Sarajevo

Zum ersten Mal feierte die LGBTQ-Community in der Hauptstadt Bosniens die Vielfalt. Das kam in dem eher konservativen Land nicht sonderlich gut an.

"Wir sollten uns schämen", ist nur einer von vielen Kommentaren im Netz, welches sich an die erste Pride in Sarajevo richtet. Am Sonntag um 12 Uhr startete der Marsch in der bosnischen Hauptstadt. Über 2.000 Personen nahmen daran teil. Besondere Vorkommnisse soll es laut der Polizei keine gegeben haben.

Angriff auf Botschafter

So gut die Stimmung vor Ort auch gewesen sein mag, im Internet wird die Abneigung gegen die Teilnehmer der Parade deutlich. Die Leser des Mediums "Radiosarajevo" sind sich einig: Wir wollen das nicht in unserem Land.

Abfällige und diskriminierende Bemerkungen sind in den Kommentar-Spalten der Pride-Artikeln zu lesen. Ein User geht so weit und meint: "Wer diesen Tag als historisch feiert, sollte sich schämen." Dabei nimmt der Poster Bezug auf den italienischen Botschafter Nicola Minasi, der an der Parade teilnahm und danach meinte, dass der Tag für Bosnien unvergesslich sein würde.

Am Samstag formierte sich sogar eine Gegendemo in der bosnischen Hauptstadt. Besonders die muslimische Community protestierte mit diskriminierenden Plakaten gegen die LGBTQ-Community.

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