Eigentlich war es bereits eine ausgemachte Sache. Der Stuttgarter Autobauer sollte ab 2026 mit dem österreichischen Rennstall zusammenarbeiten, 50 Prozent der Teamanteile übernehmen. Das geht aus einer Meldung der marokkanischen Kartellbehörde hervor. Gemeinsam sollte dann im britischen Milton Keynes der neue Motor entwickelt werden. Mit dem Start der Saison 2026 greift ein neues Reglement des Antriebsstrangs. Bis dahin bauen die Bullen unter dem Namen Red Bull Powertrains ihre Triebwerke mit Unterstützung von Honda in Eigenregie.
Derweil hat Schwesternkonzern Audi den Einstieg bereits fixiert, übernimmt 75 Prozent des Sauber-Teams. Audi fertigt die Triebwerke in Neuburg an der Donau, während das Chassis weiterhin im Sauber-Werk im Schweizer Ort Hinwil entstehen soll.
Doch woran hakt der Porsche-Deal mit Red Bull? Eine eigentlich für Spielberg geplante Präsentation wurde abgesagt, weil das Motoren-Reglement der Formel 1 noch nicht abgesegnet war. Das ist mittlerweile der Fall. Eine Einigung scheint jedoch weiterhin nicht in Griffweite zu sein. Einige spekulieren sogar, dass Porsches Formel-1-Einstieg auf der Kippe steht.
Der Grund dafür soll ausgerechnet Teamchef Christian Horner sein, der sich zuletzt auffällig distanziert gab. Und Bedenken äußerte. "Red Bull war immer ein unabhängiges Team. Das war eine unserer Stärken. Die Fähigkeit, schnell Entscheidungen zu treffen, ist Teil unserer DNA. Wir sind nicht von steifen Unternehmensregeln geprägt. Das ist eine unserer Stärken und es macht aus, wie wir als Rennteam operieren. Das ist eine Grundvoraussetzung für die Zukunft", meinte der Teamchef. Horner müsste sich freilich bei einem Porsche-Einstieg mit einem zweiten Geschäftsführer abstimmen. "Sie müssen sich entscheiden ob sie zur Party wollen oder nicht. Aber es muss mit der Kultur, mit der wir Motorsport betreiben, vereinbar sein", meinte der Teamchef bei "Sky" - deutliche Worte Richtung Porsche.
Andererseits dürfte wohl ein Pokerspiel in die finale Phase gehen. Schließlich hat Red Bull einiges vorzuweisen. Der Rennstall fährt zwei WM-Titel unaufhaltsam entgegen, hat mit Titelträger Max Verstappen den Mann der Stunde noch bis 2028 unter Vertrag. Aktuell stellt der heimische Rennstall jedenfalls unter Beweis, auch mit eigenständig hergestellten Triebwerken erfolgreich zu sein. Ein Motorenlieferant würde aber freilich Sicherheit bringen.
Trotzdem drängt die Zeit, pokert Red Bull möglicherweise bis zuletzt. Motorenhersteller müssen sich bis zum 15. Oktober beim Weltverband FIA eingeschrieben haben, wenn sie ab 2026 in der Motorsport-"Königsklasse" tätig sein möchten. Das kann Porsche zwar als Motorenhersteller auch ohne Kundenteam, scheint aber unrealistisch zu sein. Fix ist nur, dass Honda nicht zurückkehrt, auch wenn die Japaner gerne einen Rückzieher vom Rückzieher machen würden.