Boss von übler Schlepperbande im Burgenland gefasst

Der Schlepper wurde bei einer Polizeikontrolle im Burgenland gefasst. Symbolbild.
Der Schlepper wurde bei einer Polizeikontrolle im Burgenland gefasst. Symbolbild.Jakob Gruber / EXPA / picturedesk.com
Am Dienstag wurde eine internationalen Schlepperbande von der Polizei ausgehoben. Der mutmaßliche Bandenboss wurde in der Nähe von Eisenstadt gefasst. 

Die Spur einer international agierenden Schlepperbande, die am Dienstag in mehreren deutschen Städten ausgehoben wurde, führt ins Burgenland. Denn der Chef der Bande, die seit mindestens April 2019 Menschen über die Balkanroute nach Deutschland transportiert haben soll, wurde vor wenigen Wochen in Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) geschnappt. Aktuell befindet er sich in der Eisenstädter Justizanstalt in Untersuchungshaft. Die übrigen mutmaßlichen Mitglieder wurden am Dienstag in Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Hessen festgenommen. 

Aufgeflogen ist die Bande im August 2019, als die deutsche Polizei bei Füssen (Bayern) einen Schlepperfahrer festnahm. Mit Ermittlern aus mehreren europäischen Ländern machte die Staatsanwaltschaft Kempten dann den mutmaßlichen Kopf der Bande ausfindig. Bei ihm soll es sich um einen syrischen Staatsbürger mit festem Wohnsitz in Deutschland handeln. Laut APA-Informationen habe er die Aktionen meist über sein Smartphone aus "sicherer Entfernung" koordiniert. Als er im vergangenen Dezember ausnahmsweise selbst hinterm Steuer saß, wurde er prompt auf frischer Tat mit neun geschleusten Personen angetroffen und festgenommen. 

19 Verdächtige, 23 Taten

Die zuständige Staatsanwaltschaft in Kempten (D) wirft nach den Razzien insgesamt 19 Verdächtigen zwischen 21 und 44 Jahren Schlepperei vor. In mindestens 23 Fällen sollen sie des "gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Einschleusens von Ausländern" schuldig sein. Sie sollen mutmaßlich 140 Personen zur Flucht nach Europa verholfen haben. Bei der Razzia waren 400 Polizeibeamte im Einsatz. 

Die Bande sei stets planvoll und sehr professionell vorgegangen, sind die Ankläger überzeugt. Es seien Fahrzeuge zum Einsatz gekommen, die den eigentlichen Schlepperfahrzeugen voraus fuhren, um gegebenenfalls Polizeikontrollen zu melden. Über die Grenze seien die Geflüchteten oftmals zu Fuß gekommen. Am Dienstag wurden elf Durchsuchungsbeschlüsse und sieben Haftbefehle vollstreckt. 

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