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Bostoner Schüler staunen: So sieht die Weltkarte wir...

Heute Redaktion
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Bild: Penarc

Die Weltkarte des Belgiers Gerhard Mercator kennt jedes Kind. Schließlich ist es jene Darstellung der Erde, die wir aus Atlanten und Schulbüchern kennen. Geht es nach einer Schulbehörde in Boston (USA) sollen Schüler jedoch mit einer anderen Karte aufwachsen. Diese stellt die Kontinente in ihrem echten Größenverhältnis dar und sorgt beim ersten Anblick für Verblüffung.

Seit 500 Jahren prägt die Mercator-Karte das Weltbild der Menschen auf der ganzen Welt. Schüler, Piloten oder Schiffskapitäne verwenden sie.

Mercator war der erste, dem es gelang, mit geometrischer Genauigkeit die gekrümmte Erdoberfläche als ebene Karte darzustellen. Allerdings waren Brüche und Verzerrungen nicht zu vermeiden.

Die nackte Wahrheit schockiert

Die Mercator-Weltkarte wurde zum Standard, ist aber aus heutiger Sicht trügerisch. Erstens wurde Europa in der Mitte platziert, was aus historischer Perspektive wegen des Kolonialismus problematisch ist. Grönland erscheint gleich groß wie Afrika, ist aber 14 Mal kleiner. Südamerika scheint gleich groß wie Europa zu sein, ist aber in Wirklichkeit zweimal größer. Schweden scheint dreimal so groß wie Indien zu sein, in Wahrheit beträgt die Fläche jedoch nur ein Siebentel Indiens.

Die Schulbehörde in Boston legte den Schülern daher neben der altbekannten Weltkarte den Kartenentwurf des deutschen Histkorikers und Hobbykartografen Arno Peters aus dem Jahr 1974 vor.  Dieser versuchte die Verzerrung im Mercator-Entwurf mit der "Peters-Projektion" auszugleichen. Auf der Karte wirken Südamerika und Afrika extrem langgestreckt. Nordamerika erscheint plötzlich deutlich kleiner als auf der gewohnten Landkarte.

Als Schüler zum ersten Mal die Landkarte von Peters sahen, wurden sie plötzlich damit konfrontiert, eine falsche Vorstellung der Gegebenheiten unserer Erde gehabt zu haben. "Einige ihrer Reaktionen waren sehr witzig. Es war aber auch absolut interessant zu sehen, dass sie das hinterfragen, was sie zu wissen glaubten", sagte Natacha Scott, Direktorin für Geschichte und Gesellschaftsstudien der öffentlichen Bostoner Schulen.