Boykott von Cesar Millan's Show in Wien

Bild: keine Quellenangabe
Am 12. und 13. September soll der umstrittende Hundeflüsterer Cesar Millan in der Wiener Stadthalle auftreten und mit seinen nach österreichischem Tierschutzgesetz teils verbotenen Methoden Hunde "beruhigen". Tierschützer rufen nun zu einem Boykott der Shows auf und bitten Hundebesitzer, Cesar Millan nicht zu besuchen.
Am 12. und 13. September soll der umstrittende in der Wiener Stadthalle auftreten und mit seinen nach österreichischem Tierschutzgesetz teils verbotenen Methoden Hunde "beruhigen". Tierschützer rufen nun zu einem Boykott der Shows auf und bitten Hundebesitzer, Cesar Millan nicht zu besuchen.

Weshalb die Show von am Wochenende (12. und 13. September) in Wien überhaupt stattfinden darf, fragen sich vor allem Tierschützer. Der ohne jegliche Ausbildung zum Hundetrainer aufgestiegene Millan sorgt bei Hundebesitzern und Tierschützern immer wieder für Aufsehen, wenn er mit seinen teilweise verbotenen, grausamen und umstrittenen Methoden Hunde "zu beruhigen versucht".

Cesar Millan soll Hunden immer wieder Schmerzen zufügen, sie würgen und mit Stachelhalsbänden arbeiten, um den Hunden Angst zu machen und so die Kontrolle über sie zu gewinnen. Dass diese umstrittenen Methoden aber nach österreichischem Bundestierschutzgesetz sogar verboten sind, interessiert die MA 60, die Wiener Magistratsabteilung für Veterinärdienste und Tierschutz, anscheinend wenig. Sie sah nämlich keinen Grund, die Shows von Millan in Wien im Vorfeld zu stoppen. Der Österreichische Tierschutzverein appelliert daher nun an alle Hundefreunde, die Shows erst gar nicht zu besuchen.

Hundeflüsterer Millan selbst bestreitet die Vorwürfe natürlich und die MA 60 rechtfertigt sich damit, dass Millan im Vorfeld genau darlegen musste, welche Methoden bei der Show zur Anwendung kommen: Es würden keine verbotenen angewendet werden, weshalb die Shows planmäßig stattfinden werden.

"Verheerendes Signal"

Die Entscheidung ist für Mag. Christian Hölzl, Sprecher des Österreichischen Tierschutzvereins, absolut nicht nachvollziehbar: "Ein verheerendes Signal an die Öffentlichkeit, denn derartige Methoden sind eine Gefahr für Hunde und Menschen und sollten in keinster Weise als Vorbild für richtige Hundeerziehung dienen. Eventuell notwendige strafrechtliche Maßnahmen nach der Veranstaltung kommen für die in der Show auftretenden Tiere zu spät und verhindern kein Tierleid!"

In anderen Ländern, so zum Beispiel in Italien oder Schweden, wurden die Shows und TV-Serien bereits erfolgreich eingestellt. Selbst in Cesar Millans Heimat, der USA, wurde die TV-Show nach heftigen Protesten schon 2012 abgesetzt.

Für Wien scheinen die Vorwürfe jedoch nicht auszureichen, weswegen Hundebesitzer nun selbst entscheiden müssen, ob sie ihre Vierbeiner den gefährlichen Methoden des Hundeflüsteres aussetzen wollen. Neben den beiden Shows am Wochenende in Wien, wird Cesar Millan am 30. September ebenfalls in Salzburg auftreten.
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