64 Tote! Wachmann deaktivierte Feueralarm

Trotz des Großbrandes waren die Notausgänge des Einkaufszentrums in Kemerowo verschlossen. Ein Wachmann soll den Alarm deaktiviert haben.

Die Bilanz des Großbrandes im Zimnyaya Vishnya Einkaufszentrum in der sibirischen Stadt Kemerowo ist erschreckend – offiziell bestätigt ist, dass mindestens 64 Menschen tot sind, darunter viele Kinder. Es gibt Dutzende Verletzte, mindestens sechs Personen werden immer noch vermisst.

Auch einen Tag nach der Katastrophe ist immer noch unklar, wieso am Sonntag das Feuer im vierten Stock des Einkaufszentrums ausgebrochen war. Mehr als Tausend Quadratmeter standen in Flammen.

Drei Verdächtige festgenommen

Die russischen Behörden haben natürlich umgehend Untersuchungen zum Hergang des Feuerinfernos eingeleitet. Die ersten Ergebnisse machen fassungslos: Ein Wachmann soll den Feueralarm einfach deaktiviert haben, nachdem er ein Signal über einen Brand im Gebäude erhalten hatte. Das teilte das staatliche Ermittlungskomitee am heutigen Montag mit. Warum er das tat, ist aber noch völlig unklar.

In Folge der Katastrophe waren drei Verdächtige festgenommen worden. Unter ihnen soll sich auch der Geschäftsführer des Einkaufszentrums befinden. Das geht aus einem Bericht der Nachrichtenagentur TASS hervor, welche sich auf Quellen innerhalb der Polizei beruft.

Noch viel mehr Todesopfer befürchtet

Zur Brandursache und den endgültigen Opferzahlen gibt es bislang nur Spekulationen. Einem Bericht der Siberian Times zufolge, sollen bisher 96 Leichen aus dem Gebäude geborgen worden sein. Die Zeitung bezieht sich dabei auf unbestätigte Angaben der Rettungskräfte vor Ort. Zwei der drei Kinosäle seien zudem eingestürzt, in ihnen sollen Dutzende Leichen gefunden worden sein.

"Sag Mama, dass ich sie lieb hab'"

Berichten zufolge sollen die Notausgänge versperrt gewesen sein. Zahlreiche Besucher hatten in Folge versucht sich durch die wenigen Fenster der Betonburg aus Sowjet-Zeit ins Freie zu retten. Verschiedene Videos aus dem inneren des brennenden Einkaufszentrums kursieren im Internet und auch diverse Berichte über letzte Telefongespräche der Opfer. "Wir brennen. Die Türen sind blockiert. Ich kann nicht nach draußen, ich kann nicht mehr atmen", hatte etwa die erst zwölf Jahre alte Viktoria Pochankina ihrer Tante am Telefon durchgegeben. Ihre letzten Worte: "Sag der ganzen Familie, dass ich sie liebe. Sag Mama, dass ich sie lieb hab' ..." Dann riss die Verbindung ab.

(red)

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