Brandgefährlich? AK testete Kinder-Kostüme

Die Arbeiterkammer testete Kinder-Kostüme.
Die Arbeiterkammer testete Kinder-Kostüme.Bild: Lisi Niesner/Symbolbild
Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Oberösterreich testeten zehn Kostüme, wie leicht entflammbar sie sind.

Heißes Kostüm?

Faschingskostüme bestehen zumeist aus leicht brennbaren Stoffen. Daher verwenden Hersteller häufig Flammschutzmittel, die wiederum in Verruf stehen, gesundheitsschädlich zu sein.

Die Konsumentenschützer der Arbeiterkammer Oberösterreich haben nun Faschingskostüme für Kinder auf deren Entflammbarkeit und etwaige Flammschutzmittel testen lassen.

Die gute Nachricht zuerst: ALLE Produkete erfüllen die gesetzlichen Normen. Heißt: sind in Sachen "Entflammbarkeit" den Sicherheitsanforderungen entsprechend bzw. ist die "Flammenausbreitungsgeschwindigkeit noch im Toleranzbereich" (beim "Schneekönigin-Kostüm" von "Mottoland Rubies", gekauft bei "Müller").

Insgesamt hat die AK zehn Faschingskostüme aus dem Einzelhandel (Preise zwischen 9,99 Euro und 39,99 Euro) im Labor der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) testen lassen.

Das komplette Testergebnis gibt's hier zum Download.

Details zum Test

Laut ÖNORM darf die Flammenausbreitungsgeschwindigkeit bei Kinderfaschingsbekleidung 30 Millimeter pro Sekunde nicht überschreiten oder die Flamme muss von selbst erlöschen. Diese gesetzlichen Vorgaben wurden bei neun der getesteten Verkleidungen eindeutig erfüllt: vier Kostüme waren generell nicht entflammbar, zwei waren selbstverlöschend und bei drei Proben lag die Flammenausbreitungsgeschwindigkeit bei einzelnen Teilen der Kostüme unter 10 Millimeter pro Sekunde.

Aber: Beim "Schneekönigin-Kostüm" von "Mottoland Rubies" weist der silberfarbene Stoff eine hohe Ausbreitungsgeschwindigkeit von 30 Millimeter pro Sekunde auf. Auch, wenn unter Berücksichtigung der Messunsicherheit, dieser Wert gerade noch innerhalb des Toleranzbereichs liegt, ist bei diesem Kostüm besondere Vorsicht im Umgang mit offenem Feuer geboten. Sagt die AK.

Ein Kostüm mit krebserregendem Stoff

Was Flammschutzmittel betrifft, waren bei neun Kostümen die eingesetzten Substanzen unterhalb der Bestimmungsgrenze. Nur: Beim "Meerjungfrau-Kostüm" von "NKD" wurde TCEP nachgewiesen, das als krebserregend und fortpflanzungsgefährdend eingestuft ist. "Auch wenn der Grenzwert in der betreffenden Probe eingehalten wurde, sollten Produzenten gerade bei Stoffen für Kinderbekleidung auf den Einsatz dieser organischen Phosphorverbindung zur Gänze verzichten", so die Konsumentenschützer.

Fünf AK-Tipps, worauf man generell beim Kauf achten soll

Achten Sie beim Kauf von Faschingsartikel auf den Geruch. Wenn Kleider, Masken, Gebisse etc. verdächtig chemisch riechen, lassen Sie lieber die Finger davon!

Vor allem Kunststoffmasken enthalten oft krebserregende Stoffe oder schädliche Weichmacher. Daher am besten einige Tage auslüften und vor der ersten Verwendung mit warmen Wasser und Seife waschen.

Aufgrund möglicher enthaltener Schadstoffe, empfiehlt es sich auch Faschingskostüme vor dem ersten Tragen zu waschen. Da dies vielfach aber nicht möglich ist, sollten sie zumindest nicht direkt auf der Haut, sondern über T-Shirt und Leggings getragen werden.

Lange Schnüre und Kordeln der Kostüme am Halsbereich stellen eine Verletzungsgefahr dar. Daher lieber abschneiden und durch Knöpfe oder Klettverschlüsse ersetzen.

Nicht selten landen die Billigkostüme nach nur einem oder zweimal tragen im Müll. Für mehr Nachhaltigkeit sollte man auf Secondhandkostüme oder den Kostümverleih zurückgreifen. Viele Verkleidungen lassen sich auch relativ einfach selbst gestalten.



Hier ein Video, wie sie Kostüme schnell selbst machen können:

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