Brauchtum in Coronakrise: Ratschen in Patschen

Lilly und Katharina Mayr aus Dörfles.
Lilly und Katharina Mayr aus Dörfles.Bild: Josef Christelli
Das Coronavirus lässt uns neue Wege beschreiten: Auch die traditionellen Raschenkinder müssen heuer kreativ sein.

Irgendwo zwischen Instagram, TikTok und Snapchat gibt es sie noch - sofern nicht vom Halloween-Trend bereits verdrängt: die Brauchtumspflege bei Kindern und Jugendlichen. Und jetzt wäre bzw. ist eigentlich die Zeit der Ratschenbuam bzw. Ratschenkinder.

Glocken in Rom

Das Ratschen ist ein Brauch, der in katholischen Gegenden in der Karwoche gepflegt wird. Dabei ziehen Kinder (oft sind es Ministranten) mit Lärminstrumenten aus Holz durch die Straßen und Gassen der Dörfer, um die Gläubigen mit unterschiedlichen Sprüchen an die Gebetszeiten und Gottesdienste zu erinnern. Denn von Gründonnerstag nach dem Gloria der Messe vom letzten Abendmahl schweigen die Glocken den gesamten Karfreitag und Karsamstag über bis vor dem Gloria in der Osternacht, da sie ja alle zur Beichte nach Rom geflogen sind.

Lilly und Katharina aus Dörfles

Nur COVID-19 erwies sich einmal mehr als Spielverderber, heuer werden keine Kinder durch die Straßenzüge in Niederösterreich ziehen. Die Diözese St. Pölten ermutigt angesichts der Pandemie Kinder zum Ratschen von zu Hause aus: "Ratschen in Patschen". Alle Ratschenkinder sollen zu den ortsüblichen Zeiten ihre Ratschen im Garten, Balkon oder auf der Terrasse betätigen.

Die süsse Lilly (8) und ihre große Schwester Katharina Mayr (12) aus Dörfles (Bezirk Korneuburg) machen das beste aus der schwierigen Situation, sind dankbar für die Abwechslung und stehen mit Mundschutz und Ratsche im Vorgarten.

Übrigens: Auch Erwachsene sind herzlich zum "Ratschen in Patschen" eingeladen.

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