Brautpaare abgezockt: Richter verurteilt Beamten

Elf Monte bedingt und eine saftige Geldstrafe brummte der Richter am Donnerstag dem inzwischen pensionierten Standesbeamten von Eisenstadt auf. Der Mann zockte Brautpaare ab. Zwischen 250 und 450 Euro verlangter er an "Spesenersatz" illegalerweise.

Elf Monte bedingt und eine saftige Geldstrafe brummte der Richter am Donnerstag dem inzwischen pensionierten Standesbeamten von Eisenstadt auf. Der Mann zockte Brautpaare ab. Zwischen 250 und 450 Euro verlangter er an "Spesenersatz" illegalerweise. 

Der inzwischen 68-Jährige kassierte ein "Privathonorar", wo eigentlich keines hätte fließen dürfen. Wo er "Spesenersatz" sah, ortete der Richter Amtsmissbrauch, Bestechlichkeit und Vorteilsnahme. Der Angeklagte sei der Einzige von mehreren Kollegen gewesen, der Trauungen an Samstagen und Feiertagen sowie außerhalb des Standesamtes vorgenommen habe, nahm ihn sein Anwalt in Schutz.

Die Trauungen außerhalb des Standesamtes und auch außerhalb des Sprengels, für den er zuständig ist, seien auf Wunsch von Paaren durchgeführt worden. Sein Mandant habe sich "breitschlagen lassen", vom "Privathonorar" von 250 bis 450 Euro habe er angenommen, dass es ihm "quasi als Spesenersatz" zustehe, so der Verteidiger.

Der Schöffensenat sah das anders und sprach den Angeklagten schuldig. Zur Geldstrafe von 6.000 Euro kam noch der Verfall von 7.300 Euro hinzu, für die der Burgenländer auch aufkommen muss. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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