Moscheen-Killer will sich selbst verteidigen

Killer Brenton Tarrant zeigt keine Reue. Er will sich vor Gericht selbst verteidigen. Er verzichtet auf einen Anwalt.
Brenton Tarrant, der mutmaßliche Massenmörder von Neuseeland, will sich laut seinem bisherigen Pflichtverteidiger Richard Peters selbst vor Gericht verteidigen.

Derzeit sitzt Tarrant in Untersuchungshaft. Bei seiner ersten Einvernahme grüßte der australische Rechtsextremist wie berichtet den Haftrichter mit einer Handgeste, die Rechtsextreme seit 2017 als „White Power"-Symbol benutzen (drei Finger als W, Daumen und Zeigefinger als P). Die nächste Anhörung ist für den 5. April geplant.

Peters sagte dem "New Zealand Herald", dass er ihn von seinem Mandat als Anwalt entbunden habe und er nicht länger für ihn tätig sei. Der Australier habe ihm gesagt, dass er sich künftig selbst verteidigen werde. Anwalt Peters vermutete, dass der Rechtsextremist einen Prozess nutzen könnte, um "seine ziemlich extremen Ansichten" vor der Weltöffentlichkeit zur Schau zu stellen. "Die Aufgabe des Richters wird sein, damit umzugehen", sagte Peters.

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Weder Reue noch Mitleid



Dem Australier, der seit mehreren Jahren in Neuseeland lebt, droht lebenslange Haft wegen vielfachen Mordes. Tarrant habe auf ihn den Eindruck gemacht, bei klarem Verstand und psychisch stabil zu sein, sagte Peters. Außerdem habe er weder Reue noch Mitleid erkennen lassen.

Waffen im Internet gekauft





Tarrant hat sich vor dem Doppelanschlag in Christchurch Waffen und Munition im Internet gekauft. Der neuseeländische Online-Waffenhändler Gun City bestätigte am Montag, dass sich der 28 Jahre alte Brenton T. mindestens vier Waffen übers Internet bestellt habe. Geschäftsführer David Tipple betonte, alles sei legal vonstattengegangen. "Wir haben bei diesem Mann, der einen Waffenschein besitzt, nichts Außergewöhnliches feststellen können."

Waffengesetze werden verschärft





Die Regierung brachte unterdessen die geplante Verschärfung der Waffengesetze auf den Weg. Premierministerin Jacinda Ardern kündigte an, dabei aufs Tempo zu drücken. "Wir wollen so schnell wie möglich damit vorankommen", sagte die Premierministerin. Der mutmaßliche Täter besitzt seit 2017 einen Waffenschein, laut Polizei hatte er fünf Schusswaffen dabei.

Familie des Killers unter Schock







Die Familie des Killers, die in Australien lebt, ist schockiert. „Wir können uns bei den Opfern nur entschuldigen", sagte Tarrants Onkel Terry Fitzgerald dem TV-Sender „9 News", „wir sind am Boden zerstört." Tarrants Mutter und seine Schwester wurden von der Polizei an einen unbekannten Ort gebracht.

Keine Komplizen





Der Attentäter hatte nach Einschätzung der Polizei keine Komplizen. Polizeichef Mike Bush sagte: „Wir glauben, dass diese furchtbare Tat von einer einzelnen Person begangen wurde."

Es gebe keine Hinweise darauf, dass der Täter von irgendjemand anderem Unterstützung hatte. Bush schloss das aber auch nicht vollständig aus. Nach Angaben des Polizeichefs sind an den Ermittlungen mehr als 200 Beamte beteiligt, auch aus Australien und von der US-Bundespolizei FBI.

Die australische Polizei durchsuchte unterdessen zwei Wohnungen. Die Durchsuchungen erfolgten in den Orten Sandy Beach und Lawrence im australischen Bundesstaat New South Wales nahe der Ortschaft Grafton, aus der der Tarrant stammt.

Anklage wegen Verbreitung des Killer-Videos





In Christchurch, der Stadt des Doppelanschlages, ist unterdessen ein 18-Jähriger vor Gericht angeklagt worden, weil er das Live-Video des Anschlag in der Al-Noor-Moschee verbreitet hat. Der 18-Jährige muss sich außerdem wegen der Veröffentlichung eines Fotos der Moschee und dem Satz „Ziel erreicht" verantworten. Laut Staatsanwalt drohen ihm maximal 14 Jahre Haft pro Anklagepunkt.

(GP)

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