Der Brexit kommt die Briten teurer als angenommen: Wie die "Financal Times" berichtet, kann die EU für den Austritt der Briten 100 Milliarden € fordern.
Die Schlussrechnung für das Vereinigte Königreich nach mehr als 40 Jahren Mitgliedschaft wurde bisher mit 60 Milliarden € berechnet . Laut "Financial Times" handle es sich, nach Forderungen von Deutschland und Frankreich, jedoch um 100 Milliarden €.
In der Schlussrechnung geht es um Haushaltsverpflichtungen, Zusagen gegenüber EU-Institutionen sowie Pensionskosten für Beamten etc. Neu hinzu gekommen sind nach Angaben der "Financal Times" Agrarhilfen für die Zeit nach dem Brexit sowie EU-Verwaltungsgebühren für 2019 und 2020.
"Brexit"-Verhandlungen starten mit Streit um viel Geld
Aber: London will nicht zahlen. Der britische Brexit-Minister David Davis sagte bereits in einem Fernsehinterview, dass Großbritannien eine so hohe Summe nicht begleichen werde. Mein Land bezahlt das, wozu es gesetzlich verpflichtet ist und nicht das, was die EU will", so Davis gegenüber ITV. "Wir sind keine Bittsteller."
Die Angelegenheit dürfte noch ein großes Streitthema für die Verhandlungen, die nach der britischen Parlamentswahl am 8. Mai beginnen, werden. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel hat vergangen Samstag beim EU-Gipfel in London – da sprach Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker noch von einer vorsichtigen Schätzung von 60 Milliarden Euro – klar gemacht, "dass die Union vor allem im Streit über die Schlussrechnung für Großbritannien hart bleiben wird".
(isa)