Brexit lässt Konflikte in Nordirland wieder aufleben

In der nordirischen Grenzstadt Londonderry wurde eine Autobombe gezündet.
In der nordirischen Grenzstadt Londonderry wurde eine Autobombe gezündet.Bild: picturedesk.com
Zwei Jahrzehnte nach dem Karfreitagsabkommen, das den blutigen Konflikt in Nordirland beendete, lebt die Gewalt wieder auf.
Ein ungeregelter EU-Austritt der Briten könnte für Nordirland gefährliche Folgen haben und 20 Jahre nach dem Ende des nordirischen Bürgerkriegs alte Wunden aufreißen.

Eine Autobombe am vergangenen Wochenende in der nordirischen Grenzstadt Londonderry hat schon gezeigt, dass der Konflikt zwischen den Iren und den London-treuen Nordiren keineswegs beendet ist. Seither soll es zu weiteren versuchten

Bombenanschlägen durch die militante Gruppierung Neue IRA gekommen sein. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte im Nordirland-Konflikt gewaltsam gegen pro-britische Protestanten gekämpft.

Der Brexit hat die bestehende Instabilität verschlimmert, indem es den Streit über die Grenze zur Republik Irland und den verfassungsmäßigen Status Nordirlands wiederbelebt hat. Durch den EU-Austritt Großbritanniens droht eine Abspaltung von Nordirland vom Rest der Insel. Die Befürworter einer Wiedervereinigung Irlands fühlen sich bestärkt.

1998 beendete das Karfreitagsabkommen den blutigen Konflikt in Nordirland. Trotzdem kommt es seither immer wieder zu Auseinandersetzungen um die Zukunft der Region. Dabei stehen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiterhin zu Großbritannien gehören wollen.
Protestaktion an Nordirland-Grenze

Um auf das erneute Aufleben gewaltsamer Unruhen aufmerksam zu machen, haben Demonstranten in einer Protestaktion gegen den Brexit eine Grenzstraße zwischen Irland und Nordirland geschlossen und eine Grenzanalage mit Militärkontrollen nachgestellt. Eine Betonmauer, eine Zollstation und ein Wachturm samt als Soldaten verkleideter Männer wurden im Zuge der Aktion platziert.

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Blutige Kämpfe

Während des jahrzehntelangen blutigen Nordirland-Konflikts hatten Autobomben viele Menschen in den Tod gerissen. Irisch-katholische Nationalisten und protestantische Loyalisten hatten sich ab den 60er-Jahren bekämpft. 3.500 Menschen starben. 1998 endete der Nordirland-Konflikt durch das Karfreitagsabkommen. Es sichert unter anderem eine Aufteilung der Macht zwischen Protestanten und Katholiken zu.

(ek)

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