Brief an Toten: "Ihr Grabstein ist umgefallen"

(Symbolbild)
(Symbolbild)Bild: LPD Wien

Es ist nicht immer einfach herauszufinden, wer für die Pflege von Gräbern verantwortlich ist. Da kann es schon vorkommen, dass der Tote selbst Post bekommt.

"Ihr Grabstein ist nach hinten umgefallen", schrieb die Friedhöfe Wien GmbH Herrn Friedrich W, wie der "Standard" berichtet. Den Stein selbst aufstellen wird er jedoch nicht - denn der Mann ist schon selbst seit über 50 Jahren begraben.

Der Clou an der Sache: Es handelt sich bei dem umgefallenen Grabstein nicht um seinen eigenen, sondern um den eines anderen Familienmitglieds, das bereits 1912 verstorben ist. Die Ruhestätte am Zentralfriedhof hat Herr W. damals als junger Mann erworben und scheint offenbar noch immer dafür verantwortlich zu sein. W. selbst wurde in Niederösterreich beigesetzt.

"Kann passieren"

Das Schreiben erhielt nun die Urenkelin von W., die derzeit in seiner ehemaligen Wohnung lebt. Sie wusste weder etwas von dem Grab ihres Uropas, noch etwas von dem am Zentralfriedhof.

Die Friedhöfe Wien GmbH erklärte, dass sie einfach die letzten verfügbaren Daten für das Schreiben verwendet haben. Bei über 200.000 Kunden könne es schon passieren, dass diese nicht auf dem allerletzten Stand sind.

Die Familie von W. möchte das Grab am Zentralfriedhof herrichten lassen. Der Uropa soll dann nun endlich seine ewige Ruhe haben. (slo)

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