Brief übersehen: Frau (87) nach 60 Jahren delogiert

Rund 60 Jahre wohnte Elisabeth B. (87) in einer Wohnung in Wien, dann lag der Verdacht nahe, dass sie das Apartment vermiete, sollte Stellung nehmen. Sie übersah den Brief und landete auf der Straße.
Rund sechs Jahrzehnte lebte Elisabeth B. (87) in ihrer kleinen Mietwohnung am Stadtrand von Wien: Doch eine Stubenhockerin war die rüstige Seniorin nie. Oft begleitete sie ihren Sohn auf Flohmarkt-Touren quer durchs Land, viele Sommer verbrachte sie in einem vom Sohn gemieteten Häuschen im Burgenland.

Letztes Jahr stand plötzlich der Verdacht im Raum, dass die 87-Jährige ihre Wohnung in Wien-Liesing untervermiete. Die Genossenschaft wollte eine Stellungnahme, doch die Pensionistin übersah den Brief zwischen all den Werbesendungen (zwei Briefe, Anm.). Die Frist verstrich schließlich, der Seniorin wurde (rechtmäßig) die Räumungsklage zugestellt, ab Ende November sitzt sie auf der Straße, ein betreutes Wohnen lehnt die 87-Jährige ab.

"Keine Menschlichkeit"

Der Felixdorfer Verein "Hoffnungsschimmer" hilft jetzt der Frau. Gerlinde Ananijev von der Organisation dazu: "Die alte Frau hatte nie Probleme mit Nachbarn, 60 Jahre keinen Mietrückstand, hat nur den Brief übersehen. Wir haben mit Ämtern, Politikern, Vereinen hunderte Gespräche geführt, es ist nichts zu machen, Menschlichkeit gibt es nicht mehr. Am 29. November muss sie raus."

Der Verein versucht nun aus eigener Kraft eine ebenerdige Mietwohnung, vorzugsweise im südlichen NÖ, zu finden, braucht aber Geld für Einrichtung und Kaution.

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