"Heute"-Politbarometer

Brisantes Ranking: Das sind die Top- und Flop-Politiker 

Herbert Kickl liegt auf Platz eins, Alma Zadic hat den besten Saldo – und Leonore Gewessler ist die unbeliebteste Ministerin. Die Hintergründe.

Brisantes Ranking: Das sind die Top- und Flop-Politiker
Herbert Kickl und Alma Zadic führen Barometer an; Gewessler ist unbeliebteste Ministerin, Andreas Babler punktet nicht als Oppositionspolitiker.
"Heute"

Es ist eine Knallhart-Abrechnung der Österreicher mit dem Polit-Personal im Land: Das neue Barometer von "Unique Research" (500 Befragte, Schwankungsbreite ± 4,4 Prozent) für "Heute" zeigt für keinen einzigen (!) heimischen Spitzenpolitiker mehr einen positiven Saldo aus Zustimmung und Ablehnung an. Sogar Bundespräsident Alexander Van der Bellen – 28 Prozent blickten zuletzt wohlwollend auf seine Amtsführung, 29 Prozent hingegen negativ – drehte in die roten Zahlen. Dieses Faktum sticht auch für Meinungsforscher Peter Hajek ins Auge.

Hajek: "Unsicheres internationales Umfeld"

Es sei für ihn "auffallend", so Peter Hajek im "Heute"-Gespräch, "dass bis auf Alma Zadic alle Politiker verloren haben oder nicht zulegen konnten. Dies dürfte laut Hajek "aber nicht nur der österreichischen Innenpolitik geschuldet sein" Er sieht es als "Ausdruck des sehr unsicheres internationalen Umfelds".

Kickl in Front, Nehammer stürzt ab

Den größten Rückgang in den Werten musste – wie berichtet – Regierungschef Karl Nehammer nach dem "Burger-Gate" hinnehmen. Und sonst so? "Heute" hat die Hintergründe.

  1. 1

    Der Beliebteste

    Wie bereits im September – damals noch ex-aequo mit Kanzler Karl Nehammer – liegt FPÖ-Chef Herbert Kickl an der Spitze des "Heute"-Politbarometers. Er ist 24 Prozent der Befragten in den vergangenen 14 Tagen positiv aufgefallen, jedoch auch 50 Prozent negativ.
  2. 2

    Die Souveränste

    Dieses Faktum führt dazu, dass Justizministerin Alma Zadic (Grüne) und Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) derzeit die souveränsten Politiker sind. Was bedeutet das? Sie haben den besten Saldo aus Positiv- und Negativnennungen. Wobei festgehalten werden muss, dass kein einziges (!) Regierungsmitglied hier mehr einen positiven Wert zustande bringt. Bei Zadic liegt der Saldo bei -2, Brunner rangiert bei -3. Die Justizministerin hat jedoch mit plus 5 Punkten seit September den größten Aufstieg aller Abgefragten genommen.
  3. 3

    Die Stockerlplätze

    Ein buntes Farbenspektrum und zwei Frauen finden sich im Oktober auf dem "Treppchen" wieder. Herbert Kickl liegt weiter in der Pole Position, gefolgt von Alma Zadic und Beate Meinl-Reisinger (beide jeweils 23 Prozent Zustimmung). Die grüne Justizministerin wird von "Unique Research" auf Platz zwei gereiht, da sie weniger Ablehnung (25 Prozent) als die Neos-Chefin (30 Prozent) ausgewiesen bekommt.
  4. 4

    Der größte Absturz

    Für Karl Nehammer ging es nach seinem Mäci-Video um satte 31 Prozent nach unten. "Das ist einer der höchsten Verluste, die im Politiker-Ranking je gemessen wurden", fasst Experte Peter Hajek zusammen.
  5. 5

    Die unbeliebteste Ministerin

    Klimaschutzministerin Leonore Gewessler (Grüne) sieht sich mit einem roten Balken von 43 Prozent konfrontiert – Negativ-Rekord in der Ministerriege. Überraschend: Knapp ein Drittel der Befragten nimmt ihre Arbeit jedoch ohne große Emotion zur Kenntnis, so gaben 32 Prozent an, dass Gewessler ihnen weder positiv noch negativ aufgefallen sei.
  6. 6

    Die unbeliebteste Staatssekretärin

    Mit großem Abstand rangiert hier JVP-Chefin Claudia Plakolm – betraut mit Jugendagenden – in Front. Sie hat 27 Prozent Ablehnung zu verkraften. Bei ihren Kollegen Mayer (11 Prozent), Kraus-Winkler (12 Prozent) und Turksy (14 Prozent) sind diese Werte teils nicht einmal halb so massiv. Plakolm fiel zuletzt mit ihren üppigen Ausgaben auf. Sie lässt sich etwa häufiger durchs Land chauffieren als Bundeskanzler Nehammer und flog zur Besichtigung eines Beets nach New York. Alles freilich auf Kosten der Steuerzahler, die ihr dafür nun die Rechnung präsentierten.
  7. 7

    Die Unbekannten

    Mehr als die Hälfte der Befragten kennen Tourismus-Staatssekretärin Susanne Kraus-Winkler (VP) entweder nicht oder wollten keine Angabe zu ihrer Arbeit machen. Mit lediglich 2 Prozent Zustimmung zu ihrer Arbeit liegt sie auch auf dem letzten Platz des Polit-Rankings. Nachholbedarf haben hier noch Florian Tursky und Andrea Mayer (46 Prozent).
  8. 8

    Die Bekanntesten

    Fast alle im Land kennen Herbert Kickl, Karl Nehammer und Sebastian Kurz (den "Heute" außer Konkurrenz abfragen ließ). Bei den genannten Herren sagten jeweils nur 3 Prozent der Befragten: "Kenne ich nicht" oder "keine Angabe". 
  9. 9

    Die Opposition

    Hier liegt Andreas Babler (im Juni noch beachtlich eingestiegen) mittlerweile am letzten Platz. Ihn lehnen 38 Prozent der von "Unique Research" Befragten ab. Top-bewertet: Herbert Kickl und Beate Meinl-Reisinger.
  10. 10

    Der Abgemeldete

    Auch, wenn er nach wie vor um Aufmerksamkeit ringt – etwa mit eigenem PR-Personal sogar im Strafgericht – die Österreicher haben mit Sebastian Kurz abgeschlossen. 55 Prozent fiel er negativ auf.

"Sollte sich Sebastian Kurz überlegen, in die österreichische Innenpolitik zurückzukehren, kann man taxfrei behaupten: In unmittelbarer Zukunft wäre das toxisch für ihn", fasst Peter Hajek das für Kurz niederschmetternde Ergebnis der Umfrage zusammen.

Für Karl Nehammers Absturz sieht er hingegen nicht nur den Burger-Sager als mögliche Ursache, "sondern auch die Aufforderung, mehr arbeiten zu gehen, wenn man mehr Geld haben möchte".

    <strong>27.02.2024: Personalnot – Nobel-Konditor plant drastischen Schritt.</strong> Unzählige Betriebe suchen verzweifelt neues Personal. Eine bekannte Konditorei aus dem Salzkammergut <a rel="nofollow" data-li-document-ref="120020981" href="https://www.heute.at/s/personalnot-nobel-konditor-plant-drastischen-schritt-120020981">lässt jetzt mit einer Ansage aufhorchen &gt;&gt;&gt;</a>
    27.02.2024: Personalnot – Nobel-Konditor plant drastischen Schritt. Unzählige Betriebe suchen verzweifelt neues Personal. Eine bekannte Konditorei aus dem Salzkammergut lässt jetzt mit einer Ansage aufhorchen >>>
    Foto Hofer, Heschl
    red
    Akt.