Bruder von Killer Yazan hatte Erfolg vor Gericht

Malaz A. (19), der Zwillingsbruder des mordverdächtigen Yazan A., musste am Freitag vors Oberlandesgericht Wien. Die Staatsanwaltschaft wollte für den Räuber eine höhere Strafe.
Äußerst gepflegt und freundlich posierte Malaz A. am Freitag am Oberlandesgericht Wien für Fotos, zeigte sich vor der Berufungsverhandlung zuversichtlich. "Ich habe jetzt einen guten Weg eingeschlagen, mache ein Anti-Gewalttraining und bemühe mich wirklich", erzählte der Syrer in gutem Deutsch, weißem Hemd und cooler Steppjacke.

Der junge Mann musste vors Oberlandesgericht, weil der Staatsanwaltschaft die dreieinhalbjährige Haftstrafe für einen Raubüberfall am 6. April 2018 in Wr. Neustadt zu wenig waren. Malaz A. hatte am 6. April mit einem Rumänen (19) und drei weiteren Burschen einen jungen Mann ausgeraubt. Dabei war Malaz A. einer der beiden Rädelsführer, nahm dem Opfer das Messer weg. Mit dem Karambit-Messer (Anm.: klauenförmige Klinge) bedrohte Malaz A. das Opfer, nahm ihm Zigaretten, ein Feuerzeug, "Gras" und ein wenig Bargeld ab.

Beim Prozess am 10. September 2018 in Wiener Neustadt fasste der bis dahin unbescholtene Syrer 3,5 Jahre Haft wegen schweren Raubes, der Rumäne 3 Jahre Haft, ein Komplize 18 Monate Haft und zwei Mitläufer je 15 Monate bedingte Haft aus. Doch für die Staatsanwaltschaft war dies zu wenig – sie berief gegen die Strafhöhe des Syrers und des Rumänen.

Bis zu 15 Jahre Haft

Am Freitag drohten Malaz A. daher theoretisch bis zu 15 Jahre Haft wegen schweren Raubes. Der Anwalt des jungen Mannes, Andreas Reichenbach, verwies auf den eingeschlagenen Weg des Syrers seit der Haftstrafe. "Es ist auf einem guten Weg, er versucht wirklich, sein Leben in geordnete Bahnen zu lenken, reflektiert sein Verhalten jetzt, macht eine Therapie", meinte der Advokat. Das Oberlandesgericht bestätigte das Urteil des Landesgerichtes Wr. Neustadt – somit bleibt es bei 3,5 Jahren für den bis zum Jahr 2018 unbescholtenen Malaz A. (rechtskräftig). Erleichtert und zufrieden verließ daraufhin Malaz A. den Gerichtssaal in Wien.

CommentCreated with Sketch.11 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Übrigens: Die Höchststrafe für Malaz A., 15 Jahre Haft, wären exakt die gleiche Maximalstrafe gewesen, die Yazan A. wegen Mordes droht. Grund: im Jugendstrafrecht bzw. Strafrecht für junge Erwachsene (bis 21 Jahre) gibt es kein "lebenslang", hier gelten somit andere Spielregeln. Einige Juristen sehen darin einen Wertungswiderspruch und einen Gesetzesmangel. Siehe: HTL-Schüler (18) drohen wegen absichtlich schwerer Körperverletzung mit Todesfolge bis zu 15 Jahre Haft.

Beide Brüder im Häfen

Malaz A. ist der Zwillingsbruder von Yazan A. Im Jänner gesellte sich dieser zu Malaz A. in die Justizanstalt Wr. Neustadt ("Heute" berichtete). Yazan A. soll Manuela K. (16) am 13. Jänner 2019 in Wr. Neustadt erdrosselt haben. Das Alter von Yazan A. spielte in der Folge eine große Rolle, wurde von der Staatsanwaltschaft angezweifelt, aber nach einem Gutachten bestätigt ("Heute" berichtete). Yazan A. selbst spricht von einem Unfall, er wird wie sein Zwillingsbruder von Rechtsanwalt Andreas Reichenbach vertreten.

Ein Prozesstermin für Yazan A. steht noch aus, wird für Frühjahr/Sommer 2019 erwartet, der Syrer sitzt mittlerweile, aus Sicherheitsgründen, in der Justizanstalt Eisenstadt (Burgenland, "Heute" berichtete). (Lie)

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