Mit blanken Brüsten und Macron-Rede gegen Trump

Eigentlich sollte es in Paris um das Ende des Ersten Weltkriegs gehen. Im Fokus stand aber vor allem einer: US-Präsident Donald Trump.

Sie waren alle da: Putin, Merkel, Macron. Juncker, Erdogan, Trudeau. Van der Bellen. Und natürlich Trump. Rund 70 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben sich am Sonntag in Paris versammelt, um an den Waffenstillstand vom 11. November 1918 zu erinnern. Vor genau 100 Jahren war der Erste Weltkrieg zu Ende gegangen.

Die Feierlichkeiten am Triumphbogen begannen bei strömendem Regen – und dürften so gar nicht nach dem Geschmack von US-Präsident Trump über die Bühne gegangen sein. Der wurde im Zuge der Veranstaltung nämlich gleich mehrfach heftig attackiert:

Trotz größter Sicherheitsvorkehrungen schafften es barbusige Demonstrantinnen, die Absperrungen zu überklettern und sich Trumps Konvoi zu nähern. Eine von beiden konnte erst wenige Meter vor der Limousine des US-Präsidenten aufgehalten werden.

"Fake Peace Maker", stand auf dem nackten Oberkörper der Frau. Die Femen-Bewegung bekannte sich zur Aktion und teilte Bilder davon auf Twitter.

Auch andere Gruppierungen haben gegen Trump demonstriert – ganz legal. Denn der Präfekt der französischen Hauptstadt hatte eine linke Protestkundgebung am Gedenktag im Namen der Versammlungsfreiheit genehmigt.

Die linken Organisationen "Action Antifasciste Paris Banlieue" und "Paris Lutte Info" bezeichneten den US-Präsidenten als "Rassisten und Kriegstreiber". Sie sicherten sich die öffentliche Aufmerksamkeit mit einem 6 Meter großen Ballon in Gestalt eines Windel-Trumps (siehe Bildstrecke). Der gleiche Baby-Donald war davor schon bei Anti-Trump-Protesten in London zum Einsatz gekommen.

Wer nun denkt, dass zumindest der offizielle Teil der Feierlichkeiten ohne Seitenhiebe gegen Trump ausgekommen wäre, irrt. So warnte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in seiner Rede: Die "alten Dämonen", die zum Ausbruch des Krieges und dem Tod von Millionen Menschen geführt hätten, würden wieder stärker.

"Patriotismus ist das exakte Gegenteil von Nationalismus. Nationalismus ist ein Verrat am Patriotismus", so Macron. Und: "Wer sagt 'Unsere Interessen zuerst, ganz egal was mit den anderen passiert', der löscht das Wertvollste aus, das eine Nation haben kann, das eine Nation groß macht und das Wichtigste ist: seine moralischen Werte".

Dass er dabei auf Trumps Wahlkampf-Slogan "America First" anspielte, war für Beobachter offensichtlich.

"Handshake Battle"

Schon davor dürfte die Stimmung zwischen den beiden Staatschefs eisig gewesen sein. Kurz vor seiner Landung in Paris hatte Trump Macron in einem Tweet für seine Idee attackiert, eine europäische Armee aufbauen zu wollen. Der Franzose revanchierte sich, indem er die Hand seines Gastes vor den Medien besonders heftig drückte – nicht zum ersten Mal. Internationale Medien schreiben bereits von einem "Handshake Battle" zwischen den beiden.

(red)

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