Brutaler Drogenkrieg: Philippinen droht mit UNO-Aust...

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Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte führt einen beinharten Kampf gegen die Drogenkriminalität in seinem Land. Die UNO kritisiert die außergerichtlichen Tötungen von Dealern - weswegen das Staatsoberhaupt nun mit einem Austritt droht.

"Ich will euch nicht beleidigen, aber vielleicht werden wir einfach entscheiden müssen, uns von den Vereinten Nationen zu trennen“, sagte Duterte am Sonntag in Davao in Richtung der UNO: "Wenn du so respektlos bist, Hurensohn, dann werde ich dich einfach verlassen."

Laut Polizeiangaben sind seit Dutertes Amtsantritt Ende Juni mehr als 600 Drogendealer und 1,500 Menschen insgesamt getötet worden. Doch belangt wird dafür niemand, was auch die UN kritisiert. Sie wirft den Philippinen vor, Todesschwadronen zu dulden und Verdächtige zu ermorden, anstatt ihnen den Prozess zu machen.

Aufruf zur Selbstjustiz

Bereits kurz nach seiner Vereidigung hatte Duterte über Drogendealer gesagt: "Wenn die in Ihrer Nachbarschaft sind, rufen Sie uns einfach an, die Polizei, oder machen Sie es selbst, wenn Sie eine Pistole haben. Meine Unterstützung haben Sie." Er versprach ein Kopfgeld von 5 Millionen Pesos (94.000 Euro) für jeden getöteten Drogenboss. Wer der Polizei einen lebenden bringt, erhält "nur 4,999 Millionen Pesos".

Tausende Menschen wurden seit Amtsantritt des Präsidenten in Haft gesteckt, allerdings können sie sich kaum Hoffnungen auf einen fairen Prozess machen: "Warum soll ich euch einen Prozess zugestehen? Ich bin der Präsident, bei mir gibt es für euch keinen Prozess", erklärte Duterte kürzlich.

Vorbild Idi Amin

Besonders beunruhigend ist aber Dutertes Wunsch, "mit dem Ruf eines Idi Amin aus dem Amt scheiden". Diktator Idi Amin hatte von 1971 bis 1979 die Herrschaft in Uganda an sich gerissen; unter seinem brutalen Regime verloren in nur acht Jahren mehrere Hunderttausend Menschen ihr Leben.

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