Niederösterreich

Bub (14) tot: Feuerwehreinsatz wegen Sensationsgeilheit 

In Wr. Neustadt kletterte ein 14-Jähriger auf einen Zug, war sofort tot. Die Feuerwehr musste beim tragischen Ereignis einen Sichtschutz aufbauen.
23.12.2021, 16:59

Wie berichtet kletterte am Mittwoch ein 14-jähriger auf einen Waggon am Bahnhof Wr. Neustadt, kam in den Stromkreis und stürzte tot zu Boden. Dem Buben war nicht mehr zu helfen, ein Fall für die Feuerwehr war die Tragödie eigentlich nicht. Dennoch mussten die Florianis sich die schrecklichen Szenen aus nächster Nähe ansehen kommen.

Schuld daran war die Sensationsgeilheit mancher Menschen. Um zu verhindern, dass weiter vom nahegelegenen Parkdeck die fotografiert und gefilmt wurde, bat die Polizei die Feuerwehr um Hilfe. In einer Aussendung erinnerten die Feuerwehrleute aus Wr. Neustadt am Donnerstag nun daran, dass derartige Einsätze auch für sie höchst belastend sind.

"Trifft auch die Härtesten"

"Dass die Mitglieder einer Feuerwehr generell immer wieder mit dem Tod konfrontiert werden, ist normal und auch keiner besonderen Erwähnung wert. Wird allerdings rein technokratisch vom Verlust eines Menschen - noch dazu eines sehr jungen Menschen und das auch noch so kurz vor Weihnachten - berichtet, so trifft das auch das härteste Feuerwehrmitglied", heißt es in der Aussendung.

Symbolfoto des Bahnhofs in Wr. Neustadt
Daniel Schreiner

Bei der Berichterstattung bleibe oftmals das Menschliche auf der Strecke. Und es werde auch nicht an die Helferinnen und Helfer gedacht, die selbst vor Ort waren. "Deshalb Danken wir als Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt allen Einsatzkräften der unterschiedlichsten Organisationen - ganz gleich ob Polizei, (Berg-, Wasser-)Rettung, Feuerwehr, Suchhundestaffel und dergleichen - für den unermüdlichen Einsatz und auch die Kraft, mit solchen Einsätzen umzugehen. Unsere Gedanken sind bei der Familie, den Klassenkameradinnen und -kameraden, den Lehrern und Freunden des Verstorbenen", teilen die Florianis mit.

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