Bub schockt mit "Hass-Botschaft" auf Beerdigung der Oma

Bild: Facebook

Eigentlich sollte der kleine Marco aus Spanien eine Rede bei der Beerdigung seiner Oma halten, doch statt netter Worte las er einen Hass-Brief vor. Ganz wie Ludwig Hirsch in seinem legendären Lied "Omama".

Eigentlich sollte der kleine Marco aus Spanien eine Rede bei der Beerdigung seiner Oma halten, doch statt netter Worte las er einen Hass-Brief vor. Ganz wie Ludwig Hirsch in seinem legendären Lied "Omama".
Den Gästen blieb vor Schock der Mund offen: Der 11-Jährige Marco verarbeitete den Tod seiner Oma wohl nicht so gut. Als er vor die Trauergemeinde trat um eine Rede zu ehren seiner Großmutter zu halten, trauten die Anwesenden ihren Ohren nicht. Er erzählte einige Dinge über seine Oma, wohl nicht die schönsten Erinnerungen. Weil Marco sagt immer die Wahrheit. Jetzt landete der Der nette Brief von Marco erinnert stark an das "Omama"-Lied von Ludwig Hirsch, auf der nächsten Seite das Video mit Liedtext.

Hier die Rede auf Deutsch:

"Meine Oma Marta lebte bei uns im Haus. Wir haben sie sehr geliebt. Ihre Geschichten über Papa und meinen Onkel, als sie noch klein waren, haben uns stundenlang in den Bann gezogen. Wir hatten viel Spaß, besonders wenn Papa noch eine Flasche Wein öffnete, die er im Schrank aufbewahrt hatte. Besonders gut kann ich mich an den Tag erinnern, als Papa und Onkel Juan mit einem Leguan nach Hause kamen.

Sie hatten ihn aus einer Tierhandlung mitgehen lassen, weil er in einem viel zu kleinen Terrarium leben musste und sie ihm helfen wollten. Oma wollte aber, dass sie das Tier wieder zurückbringen, weil sie es hässlich fand. Sie weigerte sich, mit einem solch "hässlichen Tier" unter demselben Dach zu schlafen. Sie hat immer wieder gesagt, es sei ein "hässliches Tier", das mochte ich nicht.

Ich mochte auch nicht, dass sie uns auf den Kopf schlug, wenn wir nicht aufessen wollten oder dass sie uns an den Ohren zog, wenn wir fluchten. Außerdem hat sie meinen Bruder einmal ins Badezimmer gesperrt, weil er sich in die Hose gemacht hatte. Er war zwei Stunden darin eingesperrt, damit er laut Oma "nicht vergisst, wo das Badezimmer ist". Aber er war doch erst drei Jahre alt. Ich habe versucht, ihn zu befreien, aber sie hat mich erwischt und zur Strafe in mein Zimmer geschickt.

Was ich auch nicht an ihr mochte, war, dass sie einmal einen Teller voll Reis nach unserer Babysitterin Luisa geworfen hat, "weil sie zu wenig Salz ins Essen gemischt" hatte. Und ich werde niemals den Tag vergessen, als sie uns abends nicht das Fußballspiel im Fernsehen schauen lassen wollte, weil wir am nächsten Tag in die Schule mussten. Mein Vater wollte uns das Spiel schauen lassen, aber Oma rastete aus und wir mussten ins Bett.

Wir haben ein großartiges Spiel verpasst. Am nächsten Tag sprachen alle in der Schule davon und wir waren die Einzigen, die es verpasst hatten. Ich liebte sie, weil sie meine Großmutter war, aber sie war alt und nicht nett. Wenn sie im Himmel wäre, wäre sie jetzt bestimmt sehr wütend auf mich, aber ich denke, sie ist in der Hölle gelandet. Sie war ein schlechter Mensch."

 

Omama von Ludwig Hirsch:

Der Songtext:

Da steh ma jetzt am Stammersdorfer Friedhof

regnen tut's

die Fiass tan ma schon weh.

Der Pfarrer sagt

sie war ein so herzensguter

Mensch

und trotzdem fällt mir's Weinen heut' so schwer.

Die Omama

die Oma ist nicht mehr.

Wie ich klein war

hat's mir einegstopft die Knödln

hat's glauert mit dem Pracker in der Hand

hat's mir auch umdraht schon den Magen

es war ihr wurscht

sie hat mi gschlagen

so lang

daá i schon angfangt hab zum Beten

Lieb Jesukind

laá d'Oma doch verrecken.

Die sieben Raben

es warn nur sechs

die gute Fee

es war a Hex

der böse Wolf

a kleiner Dackel

der Märchenprinz

a schiacher Lackel.

In Stammersdorf hat s' gabt die kleine Wohnung

mit Spitzendeckerln und ein Hitlerbild

a Glasl Grammelschmalz am Fensterbrett

den Nachtscherbn unterm Doppelbett

so weiá

so dick

so rund und immer voll.

Vielleicht hätt ma'n in's Grab dazulegn solln?

Einmal hab ich s' gfragt: " Wo ist der Opa?"

Im Himmel auf an Wolkerl spielt er Geign.

Für Führer

Volk und Vaterland

erschossen

aufghängt und verbrannt

auch das hat sie dem Adolf stets verziehn.

Er hat ihr ja das Mutterkreuz verliehn.

Die sieben Raben ...

In letzter Zeit da war s' schon bisserl komisch.

Das Grammelschmalz is gstanden unterm Bett

die Spitzendeckerln hat s' verbrannt

den Hitler hat s' an Pülcher gnannt

den Nachtscherbn hat s' plaziert am Fensterbrett.

Ganz Stammersdorf hat über sie schon gredt.

Am Muttertag da habn wir s' gführt in Prater

die Alte war auf einmal wieder jung.

Beim Go-Cart-Fahrn hat s' gjodelt

ein paar Langos hat s' verdruckt

nur beim Sturmbootfahrn

da geschah ein Miágeschick:

Da is s' an ihre falschen Zähn derstickt.

Die sieben Raben ...

Oma

pfüdigott

mach's drüben besser

mach keine Knödeln für die Engerln

sei so gut!

Tu nicht die Heiligen sekkiern

tu nicht den Opa

denunziern

und gehst zum Herrgott auf Besuch - ein guter Tip:

Omama

nimm's Mutterkreuz net mit!

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