Bubi-Bande raubte Schüler aus, drohte mit dem Abstechen

Anwalt Florian Höllwarth
Anwalt Florian HöllwarthChristian Ort
5 Teenager passten in Wien Schüler ab, jagten ihnen teilweise Todesangst ein und stahlen Airpods und Kleingeld. Jetzt stand das Quintett vor Gericht.

Wegen des Verbrechens des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls durch Einbruch sowie Raubes mussten sich fünf Teenager (drei 15-Jährige und zwei 16-Jährige) vor dem Landesgericht für Strafsachen Wien (Schöffengericht in Jugendstrafsachen) verantworten.

Raub für mehr Taschengeld

Die Angeklagten hatten sich laut Anklage am 12. März 2020 dazu entschlossen, Raubüberfälle zu begehen, um an schnelles Geld zu kommen und sich ihr Taschengeld von den Eltern aufzubessern. Im Visier hatte die Bande laut Anklage etwa gleichaltrige Schüler, die sie aber gar nicht kannten. Einen Burschen versetzten sie einen Stoß, forderten von ihm Geld und drohten, ihm würde "sonst etwas Schlimmes passieren". Sie durchsuchten seinen Rucksack und nahmen schließlich Airpods samt Aufbewahrungsbox im Wert von 180 Euro an sich.

"Airpod, sonst stech ich dich ab"

Kurz darauf, offensichtlich bestärkt durch die erfolgreiche erste Tat, trafen sie auf ihr nächstes Opfer. Sie gingen zu dritt auf den Burschen zu, einer von ihnen zog das Opfer am Handgelenk zu sich und das Trio forderte die Übergabe von Bargeld. Mit ein paar Münzen als Beute flüchteten die Täter. Bei einer Bushaltestelle passten sie das nächste Opfer ab, forderten die Übergabe von dessen Airpods im Wert von 180 Euro. Dabei drohten sie laut Anklage dem Jugendlichen an, sie würden ihn sonst abstechen. Einer der Angeklagten riss diesem schließlich die Airpods aus den Ohren.

Auch Bikes gestohlen

Um ihre schlechte finanzielle Situation aufzubessern, beschloss die Bubi-Bande zudem Motorräder zu stehlen. Im Zeitraum von 11. April 2020 bis 16. April 2020 brachen sie die Sperrvorrichtungen von Motorrädern auf, indem sie diese kurzschlossen und fuhren mit diesen davon, wobei es bei ein Mal beim Versuch blieb, weil sie auf frischer Tat von der Kriminalpolizei ertappt wurden. Die Bikes hatten dabei einen Gesamtwert von über 5.000 Euro. 

Milde Urteile

Tamer C. (15) bekam fünf Monate bedingte Haft plus die Weisung einer Psycho-Therapie. Der Drittangeklagte bekam ein Monat unbedingte Haft als Zusatzstrafe (hatte schon eine teilbedingte Haftstrafe 2020 erhalten), die von Anwalt Florian Höllwarth vertretenen Viert- und Fünfangeklagten kamen mit je 80 Stunden Sozialarbeit im Rahmen einer Diversion davon. Der Zweitangeklagte ist nicht erschienen.

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