Das wird kein starkes Österreicher-Jahr beim Deutschen Buchpreis: Lediglich der Wiener Autor Elias Hirschl hat es mit seinem Roman "Schleifen" auf die am Dienstag veröffentlichte Longlist geschafft.
Damit fällt die rot-weiß-rote Bilanz deutlich magerer aus als zuletzt. Seit 2020, als Österreich überhaupt nicht auf der Longlist vertreten war, hatten es jedes Jahr mindestens drei heimische Autorinnen und Autoren in die Vorauswahl geschafft.
Konkurrenz bekommt der Wiener reichlich. Unter den insgesamt 20 nominierten Titeln finden sich etwa Helene Bukowski mit "Wer möchte nicht im Leben bleiben", Franziska Gänsler mit "Orca", Ingo Schulze mit "Das Wasser im August" und Heinz Strunk mit "Memories of Heidelberg".
Ebenfalls im Rennen sind Tomer Gardi mit "Liefern" und Miriam Carbe mit "Unerwünschte Töchter". Nominiert wurde zudem "Aus anderem Holz" von Giuliano Musio. Der Roman des in Bern lebenden Autors erscheint Anfang September im Wiener Luftschacht Verlag und interpretiert den Pinocchio-Stoff neu.
Hirschls "Schleifen" erschien im Jänner im Zsolnay Verlag. Der Roman verbindet Wissenschaftssatire mit großen Fragen rund um Sprache, Wahrnehmung, Dichtung und Wahrheit. Dabei lässt Hirschl sogar Ludwig Wittgenstein und Kurt Gödel auftreten.
Für den 1994 geborenen Autor, Musiker und Slam-Poeten ist die Nominierung der nächste Erfolg: Erst im Juni wurde Hirschl für sein bisheriges literarisches Gesamtwerk mit dem Düsseldorfer Literaturpreis ausgezeichnet.
Die Konkurrenz um den Deutschen Buchpreis war auch heuer enorm: 106 deutschsprachige Verlage reichten insgesamt 180 Romane ein. Daraus wählte die Jury die 20 Bücher der Longlist aus.
Für Hirschl heißt es jetzt weiter zittern: Am 8. September wird die Longlist auf sechs Titel reduziert. Wer den Deutschen Buchpreis 2026 gewinnt, wird schließlich am 5. Oktober, kurz vor Beginn der Frankfurter Buchmesse, bekannt gegeben.
Der Preis ist mit insgesamt 37.500 Euro dotiert. Für den Sieg gibt es 25.000 Euro, die übrigen fünf Finalisten erhalten jeweils 2.500 Euro.
Im Vorjahr ging der Deutsche Buchpreis an die Schweizer Autorin Dorothee Elmiger für ihren Roman "Die Holländerinnen".