Burgtheater, Akademietheater, Theater in der Josefstadt, Kammerspiele und Volkstheater: Die Wiener Theater haben in der Herbstsaison einige neue Uraufführungen im Repertoire. Michael Schottenberg verbringt seine letzte Saison am Volkstheater und Peter Turrini feiert seinen 70. Geburtstag. Die Highlights:
Am 5. September startet mit Georg Schmiedleitners Salzburger Festspiel-Inszenierung von Karl Kraus' "Die letzten Tage der Menschheit" die Saiso. Die Regie hat der Österreicher nach Matthias Hartmanns Entlassung kurzfristig übernommen.
Jan Bosse kehrt im Oktober mit Büchners "Dantons Tod" an die Burg zurück
Im November steht Peter Turrini im Zentrum: Christian Stückl widmet sich in seinem Burg-Debüt Turrinis "Bei Einbruch der Dunkelheit" - zu erwarten ist ein "flirrendes, stark autobiografisch geprägtes Stück über die archetypischen Themen der Jugend"
Am 4. September hebt der Theaterherbst auf der Bühne an: Matthias Hartmanns Ehefrau Alexandra Liedtke feiert im Theater in der Josefstadt mit Schnitzlers "Liebelei" (mit Otto Schenk und Alma Hasun) Premiere ihrer bereits dritten Regie am Haus
Ein Geburtstag steht auch auf dem Programm, und zwar jener von Peter Turrini, der seinen 70er unter anderem mit der Uraufführung von "C'est la vie - Eine Revue" (17.9.) feiert.
Es folgt eine gemeinsame Lesung mit Hausherr Herbert Föttinger am 25. September, an dem die beiden Texte von H.C. Artmann zum Besten geben, bevor
am 26. Semptember - dem eigentlichen Geburtstag - der Dokumentarfilm "Peter Turrini. Rückkehr an meinen Ausgangspunkt" von Ruth Rieser gezeigt wird.
Weiter geht es am 2. Oktober in der Josefstadt mit Nestroys "Der Zerrissene" in der Regie von Michael Gampe
Als einen Saisonhöhepunkt annoncierte Josefstadt-Direktor Föttinger bei der Spielplanpräsentation die Fortsetzung der mit "Jugend ohne Gott" begonnenen Zusammenarbeit mit dem britischen Oscar-Preisträger Christopher Hampton, der sein Stück "Eine dunkle Begierde" am 27. November zur Uraufführung bringen wird. Föttinger steht als Sigmund Freud neben Michael Dangl als C.G. Jung auf der Bühne, an der deutschen Fassung hat Daniel Kehlmann mitgewirkt.
Am 18. Dezember kommt Alexandre Dumas "Kameliendame" mit Torsten Fischer und Sandra Cervik in einer Bühnenfassung von Herbert Schäfer zur letzten Uraufführung des Jahres.
Am 6. September darf man sich auf die erste Uraufführung der neuen Saison freuen: Der tschechische Regisseur Dusan David Parizek widmet sich mit "Die lächerliche Finsternis" einem neuen Stück von Wolfram Lotz, das "unsere Unfähigkeit, das Fremde wirklich verstehen zu können", beschreibt.
Im November widmet sich Annette Raffalt der jungen Generation, wenn sie Hans Christian Andersens "Die Schneekönigin" inszeniert.
Mit einer Uraufführung lockt im Dezember Ewald Palmetshofers Drama über eine Denunziantin am Ende des Zweiten Weltkriegs ("Die Unverheiratete), von Robert Borgmann erstmals in Szene gesetzt wird. Der junge deutsche Regisseur war mit seinem Stuttgarter "Onkel Wanja" zuletzt zum Berliner Theatertreffen eingeladen worden.
Am 11. September öffnen die Josefstadt-Kammerspiele wieder ihre Tore und laden zu einem neuen szenischen Liederabend von Franz Wittenbrink, der sich unter dem Titel "Schön schön schön" den "dringlichen Fragen des (Frauen-) Lebens" widmet.
Ab 16. Oktober steht auch "eine musikalische Odyssee über das Scheitern" auf dem Spielplan, wenn Erwin Steinhauer gemeinsam mit einigen Musikern die "Hand aufs Herz" legt.
Am 4. Dezember folgt die Österreichische Erstaufführung von Truman Capotes "Frühstück bei Tiffany" von Michael Gampe.
Am 14. September stimmt das Volkstheater in den Eröffnungschor ein und feiert gleich auch seinen 125. Geburtstag: Michael Schottenberg startet seine letzte Saison mit der Aristophanes-Komödie "Die Vögel", die Thomas Schulte-Michels nach seiner "Die letzten Tage der Menschheit"-Inszenierung in der vergangenen Saison auf die Bühne bringen wird.
Friedrich Dürrenmatts theatralischer Dauerbrenner "Der Physiker" (Regie: Elias Perrig) kommt am 14. November auf die Volkstheaterbühne.
In der vergangenen Saison verstörte Maria Bill unter Michael Schottenberg noch als Hitler-Verschnitt in Bertolt Brechts "Arturo Ui", nun widmet sich das Duo ab 10. Oktober dem satirischen Brecht/Weill-Ballett "Die sieben Todsünden". In der Koproduktion mit den Vereinigten Bühnen Wien gastiert ein großes Orchester unter der Leitung von Milan Turkovic im Volkstheater.
Susa Meyer, Martina Stilp und Patrick O. Beck stehen kurz vor Weihnachten (19. Dezember) im Volkstheater auf der Bühne, wenn Stephan Müller zum sechsten Mal am Haus inszeniert und sich Georges Feydeaus schwindelerregender Farce "Floh im Ohr" widmet.
APA/red.