Das mit Spannung erwartete TV-Duell zwischen Werner Faymann (SPÖ) und Michael Spindelegger (ÖVP) war durchaus hitzig. Allerdings kamen die Argumente des Vizekanzlers nicht unbedingt gut an.
"Jeder junge Mann, der zum Heer geht, lernt etwas fürs Leben und außerdem mit einer Waffe umzugehen und Österreich zu verteidigen", erklärte Spindelegger zum Abschluss der Sendung. Für diese Aussage erntete der ÖVP-Chef Gelächter und Buhrufe, obwohl das Publikum zu gleichen Hälften in Befürworter und Gegner der Wehrpflicht aufgeteilt war. Insgesamt wirkte der Vizekanzler schlecht vorbereitet und konnte den Argumenten Faymanns oft nur mit Vorwürfen und Querschüssen gegen die SPÖ kontern.
Spindelegger gab auch keine Antwort darauf, wie die ÖVP das aktuelle System reformieren wolle. Faymann lieferte hingegen exakte Antworten, erklärte genau wie das SPÖ-System des Berufsheers und des freiwilligen sozialen Jahres aussehen würde. Seine Argumente gegen die Wehrpflicht: "Gäbe es die Wehrpflicht nicht, würde man sie jetzt einführen? Ich bin mir sicher, dass das nicht so ist. Deshalb muss man jetzt den Mut haben, etwas zu ändern."
"In Profis wäre das Geld besser investiert"
Auch die kritischen Stimmen einiger Soldaten im Publikum brachten Faymann nicht aus dem Konzept. Vor allem, dass ein Berufsheer vermutlich teurer wäre, war den meisten Kritikern ein Dorn im Auge. "Das derzeitige System ist nicht sparsam. Wir geben 200 Mio. Euro pro Jahr für Jugendliche aus, die nicht wiederkommen. In Profis wäre das Geld besser investiert." Und in Richtung Spindelegger meinte er zynisch: "Man hätte bei den Eurofightern sparen können und dies in die Kasernen stecken können." Diese wurden unter Schwarz-Blau angeschafft.
Großer Kritikpunkt bei Befürwortern und Gegnern war, dass zu wenig über die möglichen Auswirkungen der Volksbefragung informiert werde. Darauf gab es aber von beiden Parteichefs keine Erklärungen. Spindelegger meinte außerdem, dass er nicht glaube, dass sich in Österreich 8.000 Freiwillige finden werden, die für das SPÖ-Modell nötig sind. "Unsere jungen Österreicher wollen freiwillig arbeiten und das bei gerechter Bezahlung." Beim SPÖ-Modell würden Zivildiener deutlich besser entlohnt werden.