"Transformers"-CGI trifft auf 80er-Retro-Charme

Nach fünf Filmen schien den "Transformers" irgendwie die Luft auszugehen. "Bumblebee" sorgt jetzt für frischen Wind.

Mit "Bumblebee" versucht man bei Paramount die etwas eingeschlafene CGI-Actionreihe neu zu erfinden. Erstmals ist der Film nicht als Sommerblockbuster geplant, sondern kommt kurz vor Weihnachten in die Kinos.

Auch auf dem Regiestuhl gibt es eine Veränderung. Travis Knight übernimmt von Michael Bay, der für alle bisher erschienen "Transformer"-Filme verantwortlich war. Soviel sei vorab schon verraten - die Veränderung tut dem Franchise sichtlich gut. Und zwar sehr gut.

Man schreibt gerade das Jahr 1987 als auf dem Planeten Cybertron die Hölle losbricht. Die Autobots werden von den Decepticons überrannt und in alle Nichtwind-Richtungen der Galaxie zerschlagen. Optimus Prime schickt den jungen Soldaten B-172 auf den versteckten Planeten Erde, um dort eine Rebellenstation aufzubauen. Die Autobots sollen sich dort später wieder sammeln.

Der gelbe Transfomer findet auch seinen Weg zum blauen Planeten. Unglücklicherweise landet er direkt auf einem Armeestützpunkt und sorgt dort für großen Wirbel. Auch, weil ihm ein Decepticon gefolgt ist. Nach einem brutalen Kampf, dem auch zahlreiche Soldaten als Kollateralschaden zum Opfer fallen, taucht B-172 unter. Und findet als knallgelber VW-Käfer Baujahr 1967 irgendwie seinen Weg zur gerade 18 Jahre alt gewordenen Charlie Watson. Durch das Drehen des Zündschlüssels lockt sie unwissend die Decepticons auf die Erde und startet so das Abenteuer.

Natürlich kommt ein Film mit riesigen, außerirdischen Kampfrobotern, die sich in Fahrzeuge verwandeln können, nicht ganz ohne CGI-Effekte aus. Das ist auch durchaus legitim. Durch das liebevoll in Szene gesetzte Setting des Films Mitte der 1980er erzeugt Travis Knight allerdings einen Gegenpol dazu, der dem Film genau die richtige Balance verleiht. Die Outfits, die Frisuren, die in den Einstellungen verwendeten Farbeffekte und vor allem der großartige Soundtrack versetzen das Publikum authentisch um 30 Jahre in der Zeit zurück. Viele Szenen wirken so, als wären sie in den 1980ern gedreht.

Die malerische Landschaft nördlich von San Francisco, in der viele Szenen entstanden sind, trägt ihr Übriges zur Ausgewogenheit des Filmes bei.

Die 22-jährige Hailee Steinfeld trägt mit ihrer Rolle als Charlie Watson die schauspielerische Leistung in "Bumblebee" fast ganz alleine auf ihren menschlichen Schultern. Neben ihrem Leinwandpartner, einem am Computer erschaffenen Roboter, bietet sie dabei eine Glanzleistung. Nicht umsonst wird sie dafür von Kritikern in den USA über den grünen Klee gelobt.

Von den Nebenrollen am erwähnenswertesten ist der ehemalige Profi-Wrestler Jon Cena als taffer US-Army-Lieutenant Jack Burns. Da passt das Casting wortwörtlich wie die Faust aufs Auge. Obwohl Cena schon einige Kinorolllen absolviert hat, wirkt er wie viele Profisportler, die ins Filmbusiness wechseln, vor der Kamera noch etwas hölzern.

"Bumblebee" schafft es mit der Leichtfüßigkeit einer Hummel, die anderen fünf Teile zu überflügeln. Und zwar in allen Belangen. Man kann wirklich sagen, dass es sich um den bisher besten Teil der "Transformers"-Reihe handelt. Aber da Geschmäcker verschieden sind, gibt es sicher auch den einen oder anderen Kinogänger, der anderer Meinung ist.

Ab dem 20. Dezember kann man sich in heimischen Kinos davon überzeugen. Oder aber auch feststellen, dass das für einen selber nicht gilt.

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