Fussball

Siege für Austria, Ried, LASK – Top-6-Rennen wird Krimi

Die Wiener Austria und Ried eilen mit Siegen in Richtung Meisterrunde. Auch der LASK hält seine Chancen am Leben.
Sebastian Klein
19.02.2022, 16:45

2:0! Die Wiener Austria feiert am Samstag im Rennen um die Meisterrunde einen wichtigen Sieg gegen Hartberg. Die "Veilchen" setzen sich in der 20. Runde im Heimspiel gegen den direkten Konkurrenten im Kampf um die Top 6 durch und sind mit einem Bein im oberen Play-off.

Auch die SV Ried darf sich große Hoffnungen auf die Meisterrunde machen. Die Oberösterreicher setzen sich im Heimspiel gegen die WSG Tirol mit 3:2 durch und halten wie die Austria bei 27 Punkten, haben somit zumindest vorübergehend je drei Punkte Vorsprung auf Rapid und den LASK. Hartberg ist bereits fünf Punkte zurück bei nur zwei ausstehenden Runden.

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Rapid spielt erst am Sonntag bei Sturm Graz.

Der LASK gewinnt am Samstag bei der Admira mit 3:0 und hält seine Chancen auf die Teilnahme am oberen Play-off am Leben. Da die Linzer in den letzten beiden Runden mit dem Wolfsberger AC und Red Bull Salzburg ein schweres Programm haben, Ried und die Austria nicht gepatzt haben, stehen die Chancen nicht mehr allzu gut.

Austria bezwingt ungefährliche Hartberger

Die Austria legt früh den Grundstein für einen deutlichen Heimsieg. Aleksandar Jukic bringt die Hausherren in der 18. Minute in Führung. Manfred Fischer erhöht nach dem Seitenwechsel auf 2:0 (56.). Die "Veilchen" haben das Spiel über weite Strecken im Griff. Die Steirer können die abwehrstarken Hausherren (erst 22 Gegentreffer) zu selten in Bedrängnis bringen, verzeichnen nur einen brauchbaren Abschluss.

Die Austria ist neuer Vierter, Hartberg Neunter. Zuschauer: 7.205.

Austria: Pentz - Martins, Mühl, Handl, Suttner - Martel - Jukic (79. Kreiker), Braunöder, Grünwald (65. Teigl), Fischer (92. Galvao) - Ohio (65. Djuricin)

Hartberg: Swete - Farkas, Steinwender (90. Gollner), Sonnleitner (86. Rotter), Klem - Sturm (46. Niemann), Kainz, Diarra (46. Horvat), Avdijaj - Heil, Tadic (70. Aydin)

Wattens verpasst Last-Minute-Ausgleich

Auch in Ried sieht alles lange nach einem eindeutigen Heimerfolg aus. Die "Wikinger" gehen durch einen frühen Doppelpack von Nene Dorgeles (4., 9.) mit 2:0 in Führung, erhöhen noch vor der Pause auf 3:0 (Ante Bajic, 43.).

Die WSG Tirol, bis dahin völlig ungefährlich, dreht plötzlich in der Nachspielzeit auf und kommt beinahe noch zu einem Punktgewinn. Justin Forst (90.) und Giacomo Vrioni (92.) bringen die Wattener wieder heran. Vrioni scheitert im Anschluss bei einem Freistoß von der Strafraumgrenze an Ried-Goalie Samuel Sahin-Radlinger.

Ried schiebt sich auf Rang fünf vor, die WSG ist Zehnter. Zuschauer: 2950.

Ried: Sahin-Radlinger - Wießmeier (86. Weberbauer), Meisl, Plavotic, F. Seiwald - Stosic, Offenbacher - Bajic (68. Ungerath), Nutz (68. Satin), Pomer (59. Lackner) - Nene (67. Canadi)
WSG: Oswald - Ogrinec (46. Ranacher), Behounek, Awoudja, Schulz - Tomic (46. Ertlthaler), Blume (74. Smith), Müller (46. Naschberger), Skrbo - Vrioni, Prica (63. Forst)

Souveräner LASK-Sieg

Der LASK überrollt die Admira in der Südstadt mit 3:0. Thomas Goiginger (23., 65.) und Sascha Horvath (30.) schießen die Linzer in Niederösterreich zum Sieg. Die Gäste gewinnen verdient, kommen nur gegen Ende der ersten Hälfte bei Standardsituationen der Hausherren kurzzeitig ins Wanken.

Der LASK ist Achter, die Admira Vorletzter. Zuschauer: 1300.

Admira: Leitner - Zwierschitz (65. Major), Schmiedl (65. Brugger), Bauer, Lukacevic - Ebner (59. Elmkies), Vorsager - Surdanovic, Kerschbaum, Vodhanel (72. Starkl) - Mustapha (72. Gattermayer)
LASK: Schlager - Potzmann, Boller, Wiesinger (83. Luckeneder), Twardzik (46. Letard) - Jovicic (72. Sulzner), Holland - Flecker (76. Nakamura), Horvath, Goiginger - Raguz (72. A. Schmidt)

Die Stimmen

Robert Ibertsberger (Trainer SV Ried) sagt bei "Sky Sport Austria":
…vor dem Spiel über Neuzugang Nene Dorgeles: „Ich erwarte mir von ihm ein richtig hohes Tempo. Ich glaube schon, dass das eine gute Waffe sein kann gegen die Verteidigung des WSG. Ich hoffe mir dann auch schon in der Kombination mit dem Nutz und auch den anderen Spielern, dass hier noch mehr Kreativität am Platz ist.“

…warum es am Schluss noch eng wurde: „Es hat einfach die letzte Konsequenz gefehlt. Bevor es eigentlich am Schluss noch so eng geworden ist, hätten wir das vierte Tor machen müssen. Wir sind richtig gut in die zweite Halbzeit rein gestartet und hatten unzählige Chancen. Vor dem 3:1 hatten wir auch eine unglaubliche Möglichkeit, wo die WSG mit ihrem letzten Mann auf der Mittellinie steht und wir bringen den Ball einfach nicht über die Torlinie. Das sind dann einfach solche Sachen. In der ersten Halbzeit haben wir da schon einfach nicht gut gespielt. Da war ich schon sauer und musste die Mannschaft wachrütteln, bei mir war das nicht gut genug. Wir haben 3:0 geführt und sind dann fahrlässig umgegangen. Dann wird es am Schluss einfach eng und das hätten wir uns deutlich ersparen können.“

…über den starken Start in die Partie: „Der Start war richtig gut, das war auch der Matchplan. Auf der anderen Seite war das ein gewisses Risiko, weil wir gewusst haben, dass die WSG offensiv richtig gut ist. Das hat man zum Schluss auch gesehen. Auf der anderen Seite wollten wir diesen einen Spieler mehr vorne haben und das haben wir dann auch genau so umsetzen können. Dieser Staat war enorm wichtig, weil die WSG musste dann mehr aufmachen. Wir haben dann aber schon sehr fahrlässig diese Umschaltmomente nicht fertig gespielt und dafür gesorgt, dass die Partie am Schluss noch eng wird.“

…ob der Einzug in die Meistergruppe fix ist: „Ich muss das jetzt mal sitzen lassen, weil das zum Schluss war schon nicht ohne. Das hat mich maßlos geärgert. Auf der anderen Seite ist die Freude jetzt schon auch da, auch bei den Spielern. Es hat ein bisschen gedauert, aber wir haben jetzt zuhause 3:2 gewonnen und sind voll dabei im Rennen um die Meistergruppe. Wir haben jetzt eine Riesenmöglichkeit, das in den nächsten 2 Spielen wirklich zu schaffen.“

Samuel Sahin-Radlinger (SV Ried):
…über die Partie: „Wir haben es extrem unnötig spannend noch gemacht. In der ersten Halbzeit hatten wir ein paar Situationen, die wir besser zu Ende spielen hätten können, dann hätten wir auch das 4:0 und 5:0 machen können. Deswegen ist es auch in der letzten halben Stunde ziemlich spannend geworden und das müssen wir das nächste Mal einfach besser machen.“

…warum es am Ende noch spannend wurde: „Sie haben erst dann einmal gut gespielt und haben dann Tor gemacht. Da bekommt man als Mannschaft einfach einen Aufschwung und dann war das Momentum schnell auf ihrer Seite. Dann gab es auch kleine Unaufmerksamkeiten unsererseits und dann steht das 3:2. Es hat sich dann am Schluss noch jeder richtig reingehauen, damit wir die 3 Punkte daheimlassen. Über die Punkte bin ich überglücklich, weil die waren sehr wichtig.“

…über die Tabellensituation: „Es warten jetzt noch 2 richtig harte und wichtige Spiele auf uns. Wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen und dann schauen wir, was am Ende dabei rauskommt.“

Ante Bajic (SV Ried):
…über die Partie: „Es war auf jeden Fall sehr unnötig. In der zweiten Halbzeit haben wir gut angefangen. Da hatten wir Chancen für das 4:0, 5:0, die man machen muss. Zum Schluss der Spiele noch so spannend zu machen ist einfach unnötig. Das darf uns einfach nicht passieren. Schlussendlich haben wir aber doch die drei Punkte gemacht.“

Seifedin Chabbi (SV Ried):
…in der Halbzeitpause über Nene Dorgeles: „Er ist nicht ohne Grund bei Red Bull Salzburg. Er hat doch dort einen sehr langen Vertrag unterschrieben. Wir sind unglaublich dankbar, dass wir ihn bekommen haben. Er wird uns extrem weiterhelfen, weil dann nochmal ein extremer Gegenspieler von mir selber ist. Er ist da ein anderer Spielertyp. Das bereichert uns in jeder Hinsicht.“

Thomas Silberberger (Trainer WSG Tirol):
…über die Niederlage: „Es waren zwei haarsträubende Fehler. Wenn du nicht von Anfang an im Spiel bist in Ried – Wir haben die Mannschaft gewarnt von der Intensität, die kommen wird. Du machst dann einen Fehler im Spielaufbau, einen katastrophalen Fehlpass, ein Missverständnis und plötzlich bist du 2:0 hinten nach 9 Minuten. Dann ist es schwer. Dann bist du eigentlich auf der Verliererstraße in Ried mit ihrer Heimstärke. In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft dann Charakter gezeigt, aber der Anschlusstreffer ist zu spät gefallen. Zum Schluss ist es schon nochmal eng geworden, aber in Summe haben wir das Spiel in 10 Minuten verloren.“

...über die Fehler in der Defensive: „Wir hatten einen eigenen Einwurf und das verfolgt uns schon in der ganzen Meisterschaft. Bei einem eigenen Einwurf ist es für uns am gefährlichsten vor dem eigenen Tor. Wir hatten nicht die Lösung für das und so bist du dann 20 hinten, dann ist natürlich der ganze Haufen verunsichert. In der zweiten Halbzeit haben sie Charakter gezeigt, aber wir haben den Anschlusstreffer zu spät gemacht.“

…über den Druck in der Mannschaft: „Der Druck wird halt nicht weniger, weil in der Qualifikationsgruppe hast du lauter solche Halbzeiten wie die erste Halbzeit. Wer mit dem Druck nicht umgehen kann, das wird dann schon eine Geschichte. Dann hast du schon 2 schlaflose Nächte vor dem Spieltag. Ich glaube schon, dass die Mannschaft hier gut beraten ist, da ein bisschen cleverer und cooler zu agieren.“

…über die Qualifikationsgruppe: „Im Endeffekt haben wir zu viel liegengelassen. Wir sind schwer in die Startlöcher gekommen am Anfang der Saison mit fünf Unentschieden, wo wir eigentlich in Führung waren. Im Endeffekt sind wir jetzt genau da, wo wir hingehören, weil wir haben zu viel liegengelassen. Nicht nur heute, sondern im gesamten Lauf der Saison. Es waren auch zu viele Gegentore aus billigen Geschichten.“

Raffael Behounek (WSG Tirol):
…über die Partie: „Die erste Hälfte war fürchterlich. Das passiert uns jetzt nicht das erste Mal in der Saison, aber es darf jetzt einfach nicht mehr passieren. In der zweiten Hälfte haben wir große Moral gezeigt. Mit viel Glück fliegt sogar der Freistoß aus noch rein. Wir haben es aber in der ersten Hälfte verschenkt.

…über die defensiven Probleme bei der WSG: „Das erste und das zweite Tor waren individuelle Fehler. Beim zweiten Tor muss ich den Ball einfach ins Aus schießen. Wir sind danach 9 Minuten 2:0 hinten und dann hat Ried das Publikum hinter sich. Wir bekommen dann auch das dritte Tor. Die genauen Ursachen kann ich jetzt nicht sagen, das darf aber nicht mehr so passieren. Die zweite Hälfte stimmt mich aber positiv, auch wenn Ried dann gewonnen hat.

…über die Qualifikationsgruppe: „Das zu akzeptieren, ist überhaupt nicht schwer für mich. Wir sind Wattens und wenn wir am Anfang der Saison von der Meistergruppe sprechen, dann sind wir fehl am Platz. Es ist letztes Jahr passiert, weil wir eine außergewöhnliche Mannschaft hatten. Dieses Jahr ist die Liga im Allgemeinen ein wenig ausgeglichener und es spielen 4 oder 5 Mannschaften um das obere Playoff mit. Wir sind nach heute definitiv nicht mehr dabei, aber es ist so wie es ist. Wir müssen schauen, dass wir in der Qualifikationsgruppe das Beste geben.“

Manfred Schmid (Trainer Austria Wien):
…über die Partie: „Es ist sehr wichtig, dass man defensiv gut arbeitet. Die Mannschaft setzt das hervorragend um. Es macht momentan große Freude.“

…was momentan gut läuft in der Mannschaft: „Das ist eine Entwicklung, die die Mannschaft gerade durchmacht. Wir sind zusammengewürfelt gewesen, haben einen kompletten Neustart gemacht, mit vielen jungen Spielern, die sich jetzt entwickeln müssen. Das Team musste sich finden. Alle wissen, worum es geht, und jetzt geht einfach der volle Fokus auf das nächste Spiel. Wenn wir dieses Spiel gewinnen, dann haben wir große Chancen in der Meistergruppe dabei zu sein.“

…über die jungen Spieler: „Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich am Anfang der Saison dieses Level den jungen Spielern nicht zugetraut. Ich wusste, dass Potenzial da ist bei der Wiener Austria. Dass hier gute junge Spieler sind und dass gut gearbeitet wird. Ich kannte die Spiele und ich kannte die Akademie ganz gut. Dass es so schnell gut läuft, liegt natürlich an den Spielern. Ich kann ihnen nur den Weg aufzeigen, wie sie es machen können, aber den Weg müssen Sie dann selber gehen. Jetzt ist es schon so, dass die erfahrenen Spieler den jungen Spielern den Weg aufzeigen und die Jungs versuchen, das zu hundert Prozent umzusetzen. Was sie heute wieder abgeliefert haben, darauf kann man nur stolz sein. Wir sind verdient 1:0 in Führung gegangen und haben dann auch auf das zweite und dritte Tor gespielt. Die Mannschaft lässt sich eigentlich nie hängen. Sie versuchen immer zu laufen und zu kämpfen für den anderen. Das ist auch der einzige Weg, der erfolgreich ist.“

…über die Meistergruppe: „Es würde mich natürlich freuen, wenn die 27 Punkte jetzt reichen würden. Wir konzentrieren uns aber auf das nächste Spiel, denn das ist das nächste Endspiel für uns. Wir wollen dieses Spiel genauso bestreiten, wie die letzten zwei und genau so werden wir das auch angehen. Wir schauen nicht auf die Tabelle. Wir schauen nicht auf die anderen. Wir müssen einfach unsere Spiele gewinnen und dann erledigt sich das andere einfach von selbst.“

…über den Start der Saison und jetzt: „Es war am Anfang nicht ganz einfach. Der Start war sehr holprig. Das ganze Team und die Leute drumherum haben aber daran geglaubt. Die Jungs setzen das jetzt hervorragend um. Wir sind jetzt natürlich stolz darauf und heute wird mal gefeiert. Dann gibt es zwei Tage frei. Danach werden wir uns auf das nächste Spiel konzentrieren.“

Aleksander Jukic (Austria Wien):
…über den Sieg: „Im Großen und Ganzen geht der Sieg voll in Ordnung. Wir nehmen die drei Punkte sehr gerne mit. Wir freuen uns auf das nächste Spiel und jetzt heißt es Matchball.“

…über seinen Treffer: „Ich trainiere natürlich sehr hart. Meine Waffe ist der Schuss. Das versuche ich einzusetzen und so der Mannschaft zu helfen. Zum Glück ist der Ball heute reingegangen. Viel wichtiger aber sind die 3 Punkte heute.“

…über den zweiten Sieg in Folge: „Es ist nicht ungewohnt und es sollte eigentlich so sein. Das ist sehr wichtig für uns und jetzt arbeiten wir weiter, damit wir im nächsten Spiel auch drei Punkte holen.“

…über den Fortschritt in der Winterpause: „Wir haben Mannschaftstaktisch sehr viel an uns gearbeitet. Die Mannschaft bekommt sehr viel Vertrauen vom Trainer und das ist auch sehr wichtig für uns. So arbeiten wir viel härter und besser.“

Manfred Fischer (Austria Wien):
…über den Sieg: „Das ist unglaublich schön. Das ist eine Belohnung für das ganze Team für das, was wir im Herbst durchgemacht haben. Es war ein schwieriger Start, wo uns wahrscheinlich schon jeder abgeschrieben hat. Umso schöner ist es jetzt hier zu stehen und einen unglaublichen wichtigen Sieg für uns mitzunehmen.“

…was momentan gut funktioniert in der Mannschaft: „Es stimmt das Anlaufverhalten. Wir machen einfach alles gemeinsam. Wie wir vorne anlaufen, wie wir hinten die Räume sichern, es ist einfach sehr stimmig im Moment. Wir haben einfach den guten Start von Altach jetzt mitnehmen können.“

…was noch möglich ist für die Austria: „Jetzt haben wir noch zwei ganz schwierige Spiele. Mal schauen, dass wir die jetzt gut rüberbringen. Dann kommen wir mal unter die Top 6 und dann ist alles möglich.“

…über die Meistergruppe: „Mit einem weiteren Sieg schaut es mal nicht so schlecht aus. Wir werden aber alle beide Spiele gewinnen, von dem her ist es wurscht. Wir werden nächste Woche gegen den WAC wieder alles raushauen und dann schauen wir, wo wir schlussendlich stehen.“

Kurt Russ (Trainer TSV Hartberg):
…über die Partie: „Die Enttäuschung ist schon groß, weil wir uns eigentlich etwas ausgerechnet haben. Die Austria hat durch das Tor noch mehr Selbstvertrauen dazubekommen und wir haben uns dann einfach schwergetan. Wir waren einfach unsauber heute. Das hat man dann schon gemerkt, obwohl wir auch Phasen hatten, wo wir ein Tor hätten machen können. Wenn man dann aber keins macht, ist es natürlich schwierig.“

…warum sich Hartberg momentan schwertut: „Es geht darum, dass wir oft einfach schlechte Pässe machen, wo wir dann einfach Probleme bekommen. Beim Training klappt immer sehr viel. Beim Match hast du dann doch gute Gegner, die dann schauen, dass du nicht gut Fußball spielst. Ich habe die Mannschaft aber am Anfang nicht schlechter gesehen als die Austria. Es war einfach so, dass die Austria Zuhause gespielt hat und dann hat man auch mehr Selbstvertrauen. Wir haben uns auch am Anfang nicht schwergetan. Es haben dann einfach zwei oder drei Umschaltmomente bei uns nicht gepasst, aber bei der Austria schon. Deswegen haben sie danach sehr gefährlich gewirkt. Nach dem 1:0 waren sie auf der Wiedner Straße.“

…über die Körpersprache von Hartberg: „Es ist auch so, dass wir weniger trainiert haben als andere Mannschaften wegen der ganzen Coronafälle, die wir gehabt haben. Wir haben dann einfach geglaubt, dass wir weiter sind als wir es tatsächlich waren. Im Prinzip geht es auch darum, dass wir jetzt wissen, dass wir nicht mehr um den sechsten Platz mitspielen. Jetzt heißt es, Punkte sammeln. Das werden wir auch machen.“

…ob es nur noch für die Qualifikationsgruppe reicht: „Eigentlich schon. Hätten wir heute noch gepunktet, dann wäre sicher was möglich gewesen. Aber durch die Niederlage wird es sehr schwer. Ich glaube auch, dass wir das jetzt aus den Köpfen mal rausbekommen müssen und dass wir wissen, dass wir im unteren Playoff spielen werden. Das werden wir aber auch annehmen.“

Mario Sonnleitner (TSV Hartberg):
…über die Niederlage: „Teilweise waren wir am Ball ganz gut. Vom Gefühl her hat die Austria einfach den Moment der besser genutzt. In der ersten Halbzeit waren sie auch besser im Spiel drinnen als wir. Da haben Sie mehr Chancen herausgespielt und sind dann in Führung gegangen. Dann haben wir Ihnen ein bisschen in die Karten gespielt. Wir hatten sehr viel Ballbesitz in zwei Dritteln des Platzes, aber im letzten Drittel hat uns einfach die Durchschlagskraft gefehlt. Es war nicht alles schlecht von uns, aber sie waren dann einfach effektiver. In der zweiten Halbzeit haben sie auch gleich die erste Chance genutzt und dann wird es schwierig.“

…was heute schwergefallen ist: „Sie waren dann sehr tief. Sie haben dann einen sehr engen Block vorgeschoben. Wir haben natürlich dann versucht zwischen den Linien hineinzukommen, das ist so ein teilweise auch gelungen. Wir sind dann von außen durch und dann fehlt uns oft der letzte Pass, die letzte Konsequenz, die Boxbesetzung ist dann nicht optimal und dann ist es auch auswärts schwierig, dass wir dann zum Anschlusstreffer kommen. Wir haben alles gegeben, es hat dann aber nicht gereicht.“

…über die Tabellensituation: „Wenn wir uns ehrlich sind, ist das jetzt schwieriger. Wir haben jetzt keine leichten Spiele vor uns. Es kann vielleicht noch was gehen, aber wir wissen genau, um was es geht bei uns. Wir haben die Chance gewittert, aber wenn es nichts ist, dann bricht bei uns auch nicht die Welt zusammen."