Es ist ein ungewöhnlich klares politisches Statement aus dem Mund eines Bundesliga-Trainers. Leverkusens Chefcoach Kasper Hjulmand (53) hat zum Jahreswechsel auf LinkedIn deutliche Kritik an der Politik von Donald Trump geübt – ohne den US-Präsidenten dabei namentlich zu nennen.
Der Däne zeigt sich, wie viele Landsleute, besorgt über Trumps Begehrlichkeiten in Richtung Grönland. In seinem Neujahrs-Posting schreibt Hjulmand: "Frohes neues Jahr an alle. In einer verrückten und sich rasant verändernden Welt sind für manche politische Führer Wissen, internationale Strukturen, Dialog und der Respekt vor kulturellen Unterschieden zum Feind geworden. Für Menschen wie sie ist die Welt ein Jagdrevier. Doch es gibt einen anderen Weg." Dazu setzte er ein Emoji mit gefalteten Händen.
Wie dieser "andere Weg" aussehen könne, erläutert der Trainer weiter: "Ich hoffe auf mehr Menschlichkeit, Empathie und Liebe. Mehr Wissen und Verständnis. Mehr zuhören. Meine wärmsten Gedanken gelten dem wunderbaren grönländischen Volk." Den Beitrag schloss Hjulmand mit einem roten Herz und der grönländischen Flagge ab.
Dass er zudem Bilder der grönländischen Landschaft sowie eine Karte der Insel teilte, hat einen persönlichen Hintergrund: Hjulmand ist mit der Grönländerin Maliina Abelsen (49) liiert. Abelsen, die in Nuuk aufwuchs, war frühere Finanz- und Sozialministerin Grönlands, wurde 2014 zur "Frau des Jahres" gewählt und leitete von 2020 bis 2023 UNICEF-Programme in Grönland.
Der frühere dänische Teamchef ist bekannt dafür, weit über den Fußball hinauszublicken. In seiner Heimat engagiert sich Hjulmand seit Jahren in sozialen Projekten. Noch an Heiligabend sagte er im "Kölner Stadt-Anzeiger" über Gespräche mit seiner Partnerin: "Wir sind beide neugierig auf das Leben, auf viele Dinge. Wir sprechen über alles, schauen uns Kunst an oder gehen in der Natur spazieren. Wir werden nicht über Fußball und ganz wenig über Politik reden." Angesichts seines jüngsten Statements dürfte Politik aktuell dennoch eine Rolle spielen.