Bunkerhaus ist wegen Corona zehnmal teurer als vorher

Das Bunkerhaus in Kalifornien wurde 2014 für 1,7 Millionen Dollar verkauft. Heute ist es wieder auf dem Markt – und wegen der Corona-Panik zehnmal teurer.

In den Fünfzigern und Sechzigern fürchteten sich die Amerikaner vor dem kalten Krieg und der Kubakrise. Tausende von Hausbesitzern bauten Keller- und Hinterhofbunker für den Privatgebrauch, um einen potenziellen Raketenangriff zu überleben. Die Boote, die die Raketen nach Kuba bringen sollten, wurden allerdings gestoppt, und im Laufe der kommenden Jahre entschärfte sich die Lage immer mehr, die akute Bedrohung war nur noch eine Erinnerung. Die nun nutzlosen Bunker wurden meist umgewandelt: Entweder in zusätzliche Lager- und Kellerräume, Fernsehzimmer oder Büros – oder sie wurden einfach verlassen.

Corona-Panik in Amerika

Derzeit macht aber eine neue Bedrohung den Amerikanern Angst: Wegen der Corona-Pandemie suchen erneut viele Menschen den sichersten und besten Platz, um die Krise auszusitzen. Und was eignet sich da besser, als ein luxuriöser Weltuntergangsbunker? Entsprechen der gestiegenen Nachfrage sind auch die Preise für die Bunker massiv angestiegen.

Einer der elegantesten Luxusbunker ist der von Girard Henderson, Direktor der Kosmetikfirma Avon. Henderson baute ihn 1978 im Untergrund in Las Vegas. Während der Bunker 2014 noch für 1,7 Millionen Dollar den Besitzer wechselte, verlangt der aktuelle Verkäufer nun unglaubliche 18 Millionen für das Untergrundhaus – und nutzt die Panik vermögender Amerikaner damit gezielt aus.

Außergewöhnlicher Bunker

Zugegeben, der Bunker ist beeindruckend, wenn auch nicht im klassischen Sinne schön: Rund 1400 Quadratmeter, eingefasst in mit Stahl verstärkten Beton. Neben dem "Wohnhaus", das 460 Quadratmeter hat, gibt es im Henderson-Bunker einen unterirdischen Garten. Beim Design und den Möbeln wird offensichtlich, dass der Bunker Ende der Siebziger erbaut wurde – und dass Henderson nicht an Luxus sparte.

Henderson wollte für sich selbst und seine Familie einen Bunker und eine Umgebung erschaffen, die sich so wenig wie möglich von ihrem "normalen" Leben auf der Oberfläche unterschied. Es gibt eine durchdachte Küche, ein Cheminée und Glastüren, die zu einem Fake-Garten mit Aussicht führen. Der "Garten" hat einen Rasenteppich, Fake-Bäume, einen Pool, einen Brunnen und einen Barbecue-Grill, der aussieht wie ein Stein. Dahinter gibt es handgemalte Wandgemälde, die den Eindruck von Weite vermitteln sollen – diese Bilder werden speziell beleuchtet, um einen Tagesablauf zu simulieren.

Zwei Bars und ein Theater

Es gibt mehrere Salons, ein Spielzimmer, zwei Bars und ein Theaterraum. Neben dem Hauptschlafzimmer gibt es noch vier weitere Schlafzimmer, sowie insgesamt sechs Bäder. Um Strom muss man sich auch erstmal keine Sorgen machen: Es gibt einen Generator und einen 1000-Liter-Wassertank. Der perfekte Ort also, um sich eine Weile zu verschanzen.

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