Buntes Moral-Abenteuer unter dem Handy-Display

Im neuen 3D-Animationsfilm von Sony Pictures werden Emojis zu Helden. Witzig und bunt wird hier eine Coming-of-Age-Geschichte erzählt.
In Textopolis, einer fiktiven Stadt im Inneren eines Smartphones, hat jeder Einwohner seine ihm vorbestimmte Aufgabe. Die Bevölkerung besteht ausschließlich aus Emojis, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn der Besitzer beim Texten ihre Hilfe braucht.

Besondere Last liegt dabei auf den Gesichts-Emojis. Denn durch ihre Individualität lassen sich in Textnachrichten Gefühle transportieren. Alle kennen hier ihren Platz, doch der junge Gene bildet eine Ausnahme. Eigentlich ist er ein Meh-Emoji, doch er hat sich nicht ganz unter Kontrolle und zeigt ständig andere Emotionen.

Bei seinem ersten Einsatz in einer Textmeldung vergeigt er den Auftritt vollkommen. Das Emoji-Konzil beschließt daraufhin, ihn als Fehlfunktion löschen zu lassen. Doch Gene gelingt mit Hilfe von Hi-5 die Flucht.

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Alles begann mit einem Lächeln

Laut "Smithsonian Institute" wurde das "Smiley" wie wir es heute kennen vom Grafiker Harvey Ross Ball im Jahr 1963 erschaffen. In den 54 Jahre seiner Existenz haben sich zahlreiche andere Emojis dazugesellt, die in der heutigen Welt der immer schneller werdenden Telekommunikationswelt nicht mehr wegzudenken sind.

Social Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, WhatsApp und Instagram führen dazu, dass Emojis in immer inflationärerem Ausmaß zur Anwendung kommen. Warum auch nicht. Mit einem Zeichen kann man ähnlich viel ausdrücken wie mit einem ganzen Text.

Und genau da setzt der moralische Aspekt des Animations-Abenteuers an. Die Welt, in der wir heute Leben, ist viel zu schnelllebig, und man sollte sich ab und zu einmal eine Pause gönnen. Im Netz geht es nur mehr um Popularität und Likes, wer da nicht mithält, wird sozial ausgegrenzt und gilt als wertlos.

Diesen digitalen Missstand mit Emojis aufzeigen zu wollen, wirkt auf den ersten Blick etwas komisch. Doch das Team rund um Regisseur Anthony Leondis hat die Geschichte gut umgesetzt.

Nicht perfekt

Die Moral von "Emoji - Der Film" soll die sein, dass es nicht darum geht, perfekt sein zu wollen. Es sind gerade unsere individuellen Merkmale, die uns zu etwas Besonderem machen. Diese Merkmale aufzugeben, heißt uns selber aufgeben. Und manchmal braucht es einfach ein bisschen Zeit und die Hilfe von guten Freunden, um das herauszufinden.

Mit T.J. Miller (Gene), James Corden (Hi-5), Anna Faris (Jailbreak), Sofia Vergara (Flamenca), Christina Aguilera (Akiko Glitter) und Sir Patrick Stewart (Poop) konnte eine ganze Reihe von Stars als Synchronsprecher für die Textopolis-Population gewonnen werden.

Die visuelle Umsetzung der Emojis ist ebenfalls gut gelungen, wobei man noch stärker auf 3D-Effekte hätte setzten können. Stellenweise hat man das Gefühl, die 3D-Brille nicht wirklich zu brauchen.



Fazit

Jeder, der in den letzten Jahren nicht hinter dem Mond gelebt hat, ist mit den Hauptakteuren von "Emoji - Der Film" bestens vertraut. Viele werden sie auch täglich verwenden. Das macht es für den Zuseher relativ leicht, sich in den Film und seine Handlung hineinzuversetzten.

Altersmäßig gibt es in Zeiten, wo erwachsene Männer Pokemon Go spielen und Volkschulkinder eigene Facebook-Profile haben eigentlich keinerlei Beschränkungen beziehungsweise Empfehlungen für den Streifen.

Wer sich nicht zu blöd vorkommt, beim WhatsAppen oder auf Instagram Emojis zu verwenden, der braucht sich auch nicht zu schämen, sich den Film auf der großen Leinwand anzuschauen. Kurzweilige anderthalb Stunden sind garantiert. (baf)

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