Es ist etwas faul im Burgtheater: Burgtheater-Geld wurde auf dem Konto von Vize-Direktorin Silvia Stantejsky gefunden, die ehemalige Geschäftsführerin daraufhin vor die Tür gesetzt. Stantejsky focht ihre Antlassung beim Arbeits- und Sozialgericht Wien an. Burg-Direktor Matthias Hartmann will von nichts gewusst haben und der Rechnungshof prüft, ob er prüfen soll.
Es ist etwas faul im Burgtheater: Stantejsky focht ihre Antlassung beim Arbeits- und Sozialgericht Wien an. Burg-Direktor Matthias Hartmann will von nichts gewusst haben und der Rechnungshof prüft, ob er prüfen soll.
Am liebsten, so Burg-Chef Hartmann, würde er sich "die große Vorbildregisseure aus der Generation vor mir zurückzulehnen" und sagen "Ihr klärt das, und ich bin in der Zwischenzeit mal auf Reisen, oder so." So leicht geht das beim momentanen Chaos an der Burg aber nicht. Das Traditionshaus am Ring kommt aus den Nachrichten nicht heraus und noch immer weiß man nicht genau, was eigentlich passiert ist. Es geht um einen fünfstelligen Geldbetrag, der auf dem Kono der Ex-Vizechefin ist.
Geld am Konto, aber Stantejsky hat sich nicht bereichert?
Eigenartig wird es, weil sie zwar gefeuert wurde und jetzt dagegen klagt. Stantejsky war langjährige Leiterin des Betriebsbüros und 2008 bis 2013 kaufmännische Geschäftsführerin des Burgtheaters. Ihre Anwältin gab eigenartigerweise an, dass Stantejsky "deshalb von niemandem, auch nicht vom Burgtheater, vorgeworfen [wird], sich hierdurch bereichert zu haben."
Burg-Direktor: "Habe nicht weggeschaut"
Der Burgdirektor meinte mehr als eine Woche nach Aufkommen der Geschichte, dass jetzt nach Erklärungen gesucht werde. Eigenartig, dass der Burg-Chef von all dem nichts mitbekam. Hartmann meint, er hätte das nicht wissen können, "weil ich solche Dinge nicht sehen kann, die sehen nur die Wirtschaftsprüfer. Wir müssen hoffen, dass diese Buchungen demnächst ihre Erklärung finden, damit wir aus diesem Gerüchtemoloch herauskommen - und die finanzielle Situation und die Causa Stantejsky getrennt werden, wie Äpfel und Birnen getrennt gehören."
Prüfer müssen bis spätestens Ende April fertig sein
Hinzugezogene externe Prüfer sind im Burgtheater derzeit damit befasst, den Ungereimtheiten bei den Buchungen auf den Grund zu gehen. "Wir haben rechtlich Zeit bis Ende April. Aber wir werden natürlich versuchen, das so früh wie möglich fertigzustellen", gab der Geschäftsführer der Bundestheater-Holding, Georg Springer, an.
Rechnungshof prüft, ob geprüft werden soll
Die Mühlen mahlen in Österreich wenn es um die Burg geht wohl besonders langsam. Der Rechnungshof hat aufgrund der bekannt gewordenen Entlassung von Vizedirektorin Silvia Stantejsky "erhöhte Risikorelevanz" im Burgtheater festgestellt. Als Reaktion darauf wird nun geprüft, ob der Rechnungshof von sich aus prüfen soll. Die bisher letzte Rechnungshof-Prüfung des Burgtheaters liegt 20 Jahre zurück und hat 1994 stattgefunden - fünf Jahre vor der Ausgliederung. Der Rechnungshof sei im Augenblick mit der Prüfung der Bundestheaterholding befasst, so eine Sprecherin. Mit der Fertigstellung des Rohberichts sei in den nächsten Tagen zu rechnen. Danach werde entschieden, ob man sich dem Burgtheater separat widmen werde.
APA/red.