Erdrutsch-Sieg: Doskozils Bussi für die Absolute

Am Sonntag hat das Burgenland gewählt. SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hat einen triumphalen Wahlsieg erzielt, die SPÖ zur Absoluten geführt.
Die erste Landtagswahl des Jahres 2020 war auch eine Trendumkehr für die SPÖ. Nach teils herben Verlusten bei den vergangenen Wahlen erreichte sie mit Landeshauptmann Doskozil im Burgenland laut vorläufigem Endergebnis nicht nur 49,94 Prozent der Stimmen und damit ein Plus von 8,02 Prozent, sondern mit 19 Mandaten auch die absolute Mehrheit im Landtag.



Ein Plus verbuchen konnten auch die ÖVP mit 30,58 Prozent (+ 1,50 Prozent) – sie hält weiter bei elf Mandaten – sowie die Grünen mit 6,72 Prozent (+ 0,29 Prozent). Auch die Grünen behalten ihre zwei Mandate. Einen Absturz legt die FPÖ hin, sie kommt auf 9,79 Prozent und verliert damit 5,25 Prozent der Stimmen und zwei Mandate, hält nur noch vier Mandate.

CommentCreated with Sketch.17 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Ein Bussi und ein "guter Roter"

Aus dem Landtag fliegt die Liste Burgenland, die nur noch 1,26 Prozent der Stimmen (- 3,56 Prozent) erreicht. Nicht in den Landtag geschafft haben es die Neos mit 1,71 Prozent (- 0,62 Prozent). Spannend wird nun die Regierungsbildung: Die SPÖ bräuchte keinen Partner zum Regieren, allerdings wünschen sich sogar vier von zehn Rot-Wählern eine weitere Zusammenarbeit mit der FPÖ. Rund ein Fünftel sprechen sich je für eine Koalition mit ÖVP und Grünen aus. Allerdings: Am Sonntagabend deutete Doskozil an, dass die SPÖ alleine regieren werde.

Gedanken darüber muss sich Doskozil aber erst in den nächsten tagen machen. Am Sonntag busselte er aus Freude und Dank über die Absolute seine Verlobte Julia ab, bevor er mit Parteifreunden bei einer Flasche "gutem Roten" feierte. Nach der ersten Hochrechnung schrieben die SPÖler kurzerhand "50,3 % – Dosko Absolut" auf eine Weinflasche (drei Liter trockener Rotwein von 2016 des Weinguts Königshofer, Preis: 55 Euro).



Erdrutschsieg im Heimatort

Hans Peter Doskozil feierte auch einen Erdrutschsieg in seiner Heimatgemeinde Grafenschachen. Die SPÖ kommt dort auf 74,92 Prozent der Stimmen und damit auf ein Plus von gewaltigen 22,50 Prozent. "Wir alle können uns ein Beispiel nehmen, wie die gesamte SPÖ Burgenland für ein gemeinsames Ziel gelaufen ist und wie nah sie bei den Wählerinnen und Wählern ist. Hans Peter Doskozil steht für eine Politik, die die Sorgen der Menschen ernst nimmt", gestand auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner ein.



Zufrieden auf Bundesebene zeigten sich aber auch ÖVP-Chef Sebastian Kurz und überraschenderweise FPÖ-Chef Norbert Hofer. "Mit den Zugewinnen im Burgenland verzeichnen wir als Volkspartei die siebte erfolgreiche Landtagswahl in Folge", so Kurz. Für ihn ein Beweis, dass der türkise Weg bei den Menschen ankomme. Hofer sah trotz des einstelligen Ergebnisses sogar einen Auftrag, "im Sinne des Burgenlandes und seiner Bevölkerung weiterzuarbeiten". FPÖ-Landesobmann Hans Tschürtz habe seine volle Rückendeckung.

Der Liveticker von der Burgenland-Wahl zum Nachlesen:



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