Österreich

Bürger protestieren gegen 35-Meter-Wohnturm

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:54

Das geplante Hochhaus in Wien-Margareten würde den Willi-Frank-Park überschatten. Eine Anrainer-Initiative hat 900 Unterschriften gesammelt und protestiert gegen das Vorhaben.

Ein privater Investor will auf dem Gelände eines Autohauses neben dem beliebten Willi-Frank-Park in Margareten einen 35 Meter hohen Wohnturm errichten. Die Anrainer, die den Park als Grünoase schätzen, wollen das Projekt verhindern und haben dazu bereits 900 Unterschriften gesammelt. Bei einem Informationsabend am Montag gingen die Wogen hoch.

Keine Umwidmung

Angestellte Luise Ghonim sagt laut "orf.at": "Ich finde es nicht in Ordnung, schon alleine wegen der Kinder. In der Nähe ist ein Kindergarten, die Aussicht und die Sonne wären weg." Die Initiative "Gründquadrat" will die Umwidmung von der Bauklasse 1 (mit der man ein maximal vierstöckiges Gebäude errichten dürfte) auf die Bauklasse 6 (für Hochhäuser) verhindern. Der Grundstückseigentümer hat die Umwidmung bereits beantragt.

Roman Seidl vom Institut für Raumplanung an der TU Wien findet die Wohnturm-Idee auch nicht gut: "In einem Gebiet, wo man seit der Zwischenkriegszeit versucht hat, die Dichte herunterzubekommen ist es meiner Meinung nach überhaupt nicht verträglich, die Dichte zu erhöhen, jedenfalls nicht in dieser Form." Margareten ist einer der dichtest besiedelten Bezirke in Wien.

Auch die Möglichkeit, das fünf Millionen Euro teure Grundstück dem Investor gemeinschaftlich abzukaufen steht im Raum. Darüber müssten die Unterstützer der Initiative jedoch noch separat abstimmen.

Vassilakou beruhigt

Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) beruhigt unterdessen. Sie ließ am Dienstag wissen, dass bis jetzt kein Widmungsantrag vorliege und für sie keine Bebauung jenseits der ortsüblichen Höhe in Frage käme. "Es ist eine Sache, welche Ideen und Vorschläge ein privater Projektentwickler hat und es ist eine völlig andere Sache,  was aus Sicht des Stadtentwicklungsressorts sinnvoll ist." Bei einer Umwidmung versprach sie auf jeden Fall eine Bürgerbeteiligung.

Jetzt E-Paper lesen