Burgtheater-Chefin bunkerte 163.000 Euro

Silvia Stantejsky beim Prozessauftakt
Silvia Stantejsky beim ProzessauftaktBild: Sabine Hertel
Der Gerichtssaal wurde für die langjährige Burgtheater-Geschäftsführerin Silvia Stantejsky (64) am Donnerstag zur Bühne. Gegeben wurde eine menschliche Tragödie mit Episoden zum Kopfschütteln.
Man kann es nicht anders sagen: Ex-Burg-Geschäftsführerin Stantejsky hat sich ordentlich in etwas hineintheatert. Sie soll laut Anklage das Haus um mehr als 300.000 Euro geschädigt und sich damit einen "luxuriösen Lebensstil" finanziert haben.

Am Donnerstag legte die 64-Jährige am Wiener Landesgericht ein Teilgeständnis ab. Den damaligen Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann soll sie um 163.000 Euro geschädigt haben. Weil dieser 2009 kein österreichisches Bankkonto besaß, hatte er mit Stantejsky vereinbart, dass sie seinen Verdienst für ihn zu Hause aufbewahrt und er bei Bedarf Geld "abholen" kann. Die 64-Jährige bunkerte für ihn am Ende 163.000 Euro in einem Safe und in der Wohnung ihrer Mutter. Laut Anklage soll sie sich selbst bedient haben. 70.000 Euro hat Stantejsky bisher an Hartmann zurückgezahlt.

"Das Burgtheater war mein Baby, mein Leben."


CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Weiters soll sie Mitarbeiter-Löhne (33.000 Euro) und Honorare des Regisseurs David Bösch (185.000 Euro) abgezweigt haben. Die Angeklagte gab die Veruntreuung zu, beteuerte jedoch, sie habe das Geld nicht für "Wahnsinnsausgaben" verwendet, sondern "ganz viel Geld ins Burgtheater gesteckt" und "würde es gern ungeschehen machen". Unter Tränen betonte sie: "Das Burgtheater war mein Baby, mein Leben. Ich wollte, dass es überlebt."

In finanzieller Hinsicht sei es "eine Scheißzeit" gewesen. Sie habe mit fremden Geldern "Löcher gestopft". Stantejskys Verteidigerin Isabell Lichtenstrasser verwies zum Prozessauftakt auf die psychische Erkrankung ihrer Mandantin. Mit dieser sei "ein nicht unerheblicher Realitätsverlust" einhergegangen. Den Vorwurf der Bilanzfälschung stritt die Angeklagte aber vehement ab. Am Freitag wird das Justiz-Stück fortgesetzt, kommenden Dienstag soll dann das Urteil fallen. Stantejsky drohen bis zu zehn Jahre Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

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