Szene

Burgtheater: Machte sich Hartmann strafbar?

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:18

Im Zusammenhang mit der Finanzaffäre am Burgtheater, die zur Entlassung von Vizedirektorin Silvia Stantejsky und Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann geführt hat, hat die Zentrale Staatsanwaltschaft zur Verfolgung von Wirtschaftskriminalität und Korruption die Prüfung der strafrechtlichen Komponente übernommen.

Auf Basis mehrerer Anzeigen bzw. Sachverhaltsdarstellungen, die ursprünglich bei der Staatsanwaltschaft Wien eingegangen sind, wird sich zunächst ein auf Wirtschaftsstrafsachen spezialisierter Staatsanwalt mithilfe beigezogener Experten aus dem Finanz- und Steuerwesen einen Überblick über die Sachlage verschaffen und die buchhalterischen Vorgänge an der Burg sichten. Diese Überprüfung dürfte sich "tiefgründig" gestalten, heißt es aus der WKStA. Immerhin steht eine ganze Reihe möglicher strafrechtlicher Vergehen im Raum.

Die Entscheidung, ob ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, soll "in einigen Tagen, wenigen Wochen" fallen. Ungeachtet der Namen, die in den Eingaben an die Strafverfolgungsbehörden genannt werden, gibt es aus Sicht der WKStA noch keine konkreten Verdächtigen und damit naturgemäß auch keine Beschuldigten.

Hartmann "wusste vom Schattensystem"

Der Anwalt von Burgtheater und Bundestheater-Holding meint, dass Hartmann vom "System Stantejsky" gewusst hat und sogar "daran beteiligt" war. Dass er Geld für die Vorbereitung seiner Direktion und die Abgeltung von übernommenen Inszenierungen in bar von Stantejsky erhalten und ihr zur Verwahrung überlassen habe, bedeutet seiner Ansicht nach, dass der gefeuerte Burgchef vom "Schattensystem" Kenntnis gehabt haben müsse, und sich dessen auch bedient habe.

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