Lange vor Ex-Burgtheater-Chef Matthias Hartmann wurde die Ex-Vizedirektorin Silvia Stantejsky geschasst. Sie klagte. Am Montag begann der Prozes am Wiener Arbeits- und Sozialgericht (ASG), bei dem der Richter warnte, dass Stantejskys Chancen schlecht stünden.
Lange vor . Sie klagte. Am Montag begann der Prozes am Wiener Arbeits- und Sozialgericht (ASG), bei dem der Richter warnte, dass Stantejskys Chancen schlecht stünden.
Stantejsky kam persönlich, wurde aber gleich am ersten Prozesstag entmutigt. Richter Helge Eckert warnte, dass die Chancen, dass ihre Entlassung als unzulässig und sozialwidrig eingestuft würden, schlecht seien.
Stantejsky arbeitete 33 Jahre am Burgtheater. Nun wirft die Stiftung ihr Untreue sowie groben Vertrauensmissbrauch vor.
Richter Eckert attestiert schlechte Chancen:
Für eine Kündigung würde bereits eine "objektive Befürchtung, dass Interessen des Arbeitgebers gefährdet sind" ausreichen
Da Stantejsky lange kaufmännische Geschäftsführerin war, komme bei ihr "ein besonders hoher Sorgfaltsmaßstab zum Tragen".
In ihrem Fall hätten somit schon "Handlungen, die eine Nähe zur Strafbarkeit ausweisen" eine Entlassung gerechtfertigt
Ein Vorliegen von Untreue im Sinne des Strafgesetzbuchs sei gar nicht notwendig.
Stantejsky und ihre Anwältin Isabell Lichtenstrasser hält das nicht ab, sie wollen ihre Klage weiter durchziehen.
Vorwürfe des Burgtheaters (Anwalt Bernhard Hainz):
Drei Veruntreuungen
Einen Betrug
Infolge des von ihr betriebenen "Schwarzgeldsystems" einen Steuerschaden in Höhe von drei bis fünf Millionen Euro
So kam es zur Entlassung:
Stantejski deckte mit 9.000 Euro ihr privates Kreditkarten-Konto ab. Laut Hainz war diese Überweisung der unmittelbare Entlassungsgrund
Stantejsky soll weitere 40.000 Euro der Burg auf ihr Konto überwiesen haben: "Wofür das Geld verwendet worden ist, ist ungeklärt"
Stantejsky soll einem Regisseur - seinen Namen wollte der Anwalt nicht nennen - ein Honorar von 180.000 Euro nicht ausbezahlt, sondern offenbar für eigene Zwecke verwendet haben
In diesem Zusammenhang habe sie begangen. Sie habe dem betreffenden Regisseur "Belege unterschoben, ohne das ausgewiesene Geld an ihn ausbezahlt zu haben".
Auch Honorare für den ebenfalls entlassenen Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann soll Stantejski einbehalten haben
Darüber hinaus soll sich Stantejsky eine höhere Betriebspension "erschlichen" haben, indem sie diese "ohne Rücksprache mit der Holding und ohne den Eigentümervertreter informiert zu haben, höher datierte"
Für Stantejsky gilt die Unschuldsvermutung.
Offiziell noch keine Ermittlungen gegen Stantejsky
Formal habe man gegen Hartmann und Stantejsky noch keine Erhebungen eingeleitet, "weil wir noch Unterlagen beischaffen und diese mit unseren Experten prüfen müssen". Erst nach Sichtung und Bewertung sämtlicher Dokumente werde entschieden, ob auf Basis des Beweismaterials die Verdachtslage für die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens "gegen konkrete Personen" ausreicht, betonte Mayer.
Wann der nächste Prozesstag sein wird, ist noch nicht klar, vor dem Sommer aber sicher nicht.
APA/red.