Eine Plakat-Kampagne der Schweizer SVP sorgt für Unmut bei Pendlern und Bahnangestellten. Die Partei wirbt an vielen Bahnhöfen mit einer Burka-Trägerin gegen eine Initiative für leichtere Einbürgerung. Der größte Kritikpunkt: Die Gesetzesinitiative betrifft vor allem Italiener, keine Burka-Trägerinnen.
Eine Plakat-Kampagne der Schweizer SVP sorgt für Unmut bei Pendlern und Bahnangestellten. Die Partei wirbt an vielen Bahnhöfen mit einer Burka-Trägerin gegen eine Initiative für leichtere Einbürgerung. Der häufigste Kritikpunkt: Die Gesetzesinitiative betrifft vor allem Italiener, keine Burka-Trägerinnen.
Am 12. Februar stimmen die Schweizer über eine Gesetzesinitiative ab, die Ausländern, die schon in der dritten Generation in der Schweiz leben, die Einbürgerung erleichtern soll. Die SVP - die für ihre provokanten Kampagnen bekannt ist - macht dagegen mobil. An mehreren Bahnhöfen der Schweizer Bundesbahnen (SBB) hängen deshalb Plakate, die mit einer vermummten Burka-Trägerin Stimmung gegen die "unkontrollierte Einbürgerung" macht.
Zahlreiche Pendler sind erbost. "Die Religionsfreiheit hat nichts mit der erleichterten Einbürgerung der dritten Generation zu tun. Das sind Menschen, die hier geboren sind, viele Italiener beispielsweise. Sie sind auf dem Arbeitsmarkt integriert und sprechen Schweizerdeutsch", sagt etwa eine Pendlerin. Auf Facebook existiert bereits die Seite . Sie zählt über 600 Mitglieder. Darin machen viele ihrem Ärger Luft.
"Ich finde das Plakat hat an einem Ort, wo sich tagtäglich tausende von Touristen aufhalten, nichts zu suchen", sagt sogar ein SBB-Mitarbeiter selbst, der anonym bleiben möchte. Es schade dem Tourismus und rücke sowohl die Schweiz wie auch die SBB in ein schlechtes Licht. Er verstehe nicht, wieso seine Firma dies toleriere.