Dramatische Szenen spielten sich am Montagabend am Bahnübergang der B60 beim Bahnhof Götzendorf ab. Ein Kleinlastkraftwagen mit polnischen Kennzeichen kommt zwischen den geschlossenen Bahnschranken auf den Gleisen zum stehen. Zwei Burschen werden Zeuge des Vorfalls und retten dem Lenker, der nicht aus seinem Wagen steigen wollte, durch ihr beherztes Eingreifen das Leben.
Trotz geschlossener Bahnschranken blieb der Mann im Wagen sitzen und begann verzweifelt zu Hupen. Zur gleichen Zeit waren der 21-jährige Benjamin Heidegger gemeinsam mit Manuel Mörk (21) am Weg zum Fußballtraining. Der Wagen der beiden hielt vor dem Bahnschranken und Heidegger, er ist auch bei der Feuerwehr Pischelsdorf und Rettungssanitäter beim Grünen Kreuz, erkennt sofort den Ernst der Lage.
"Ich bin sofort ausgestiegen und zum Bahnschranken gerannt. Nach dem ich noch keinen Zug sah, rannte ich zum Lkw, doch die Tür war verschlossen. Der Lenker hupte immer wieder verließ aber nicht den Wagen. Erst nach dem ich ihn mehrfach angeschrien habe, sperrte er die Tür auf", so der Ersthelfer. Er packte den Polnischen Lenker und zerrte ihn aus dem Wagen hinter den Bahnschranken. Doch dann spitzte sich die Situation noch einmal zu. Als ein aus Wien kommender Zug im Bahnhof hält, stürmt der Lkw Lenker plötzlich wieder zu seinem Wagen und steigt ein. "Ich sah nur, dass auch aus Bruck ein Zug kam und ich rannte wieder zum Lkw, packte den Lenker an der Hand und an der Schulter und zerrte ihn auf die andere Seite des Bahnübergangs".
Ostbahnstrecke war sundenlang gesperrt
Nur Sekunden später erfasste der Güterzug den Lkw, zerriss ihn regelrecht in mehre Teile. Während Teile der Fahrzeuges nur 20 Meter neben dem Bahnübergang zum liegen kamen, wurden andere Fahrzeugteile mehr als 300 Meter mitgeschliffen. Auch die Ladung, Kupplungsscheiben, werden zu regelrechten Geschossen. Die Scheiben werden durch die Gegend geschleudert. Zwei schlagen auch in der Glasscheibe einer Unterführung und in einem Wartehäuschen ein. Glücklicherweise befindet sich zu diesem Zeitpunkt kein Fahrgast am Bahnsteig.
Die Ostbahnstrecke musste für Stunden gesperrt werden. Es wurde zwischen Gramadneusiedl und Bruck an der Leitha ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Mehrere hundert Fahrgäste waren davon betroffen und saßen stundenlang am Bahnhof Gramadneusiedl und Bruck fest. Auch die B60 war lange Zeit (um Mitternacht noch immer) gesperrt. Am Triebwagen des Güterzuges eines privaten Zugbetreibers und an den Gleisanlagen entstand schwerer Schaden. Der Lkw wurde völlig zerstört. Während der Zugsführer leicht verletzt wurde und mit dem Roten Kreuz ins Krankenhaus Eisenstadt gebracht wurde, blieb der Lkw-Lenker dank des Einsatzes von Benjamin Heidegger unverletzt.