Burschenschafter tagten in Gewerbegebiet-Lokal

Die Teilnehmer des Treffens des Dachverbandes "Deutsche Burschenschaft" sind am Samstagvormittag zu einem Marsch durch die Tiroler Landeshauptstadt aufgebrochen. Die knapp hundert Burschenschafter wurden dabei von einem Großaufgebot der Polizei eskortiert, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Im Vorfeld gab es zwei Festnahmen. Das umstrittene Verbandstreffen fand anschließend in einem nicht-öffentlichen Lokal im Gewerbegebiet statt.
. Die knapp hundert Burschenschafter wurden dabei von einem Großaufgebot der Polizei eskortiert, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Im Vorfeld gab es zwei Festnahmen. Das umstrittene Verbandstreffen fand anschließend in einem nicht-öffentlichen Lokal im Gewerbegebiet statt.

Weitgehend friedlich sind am Samstag der Marsch der "Deutschen Burschenschaft" und die Gegendemonstration des "Aktionsbündnis Innsbruck gegen Faschismus" in der Tiroler Landeshauptstadt abgelaufen. Nachdem rund 100 Korporierte, eskortiert von einem Polizei-Großaufgebot, durch die Stadt gezogen waren, fanden sich laut Polizei rund 1.000 Teilnehmer bei der Gegenkundgebung ein.

Korporierte mussten in Gewerbegebiet-Lokal tagen

Nachdem sie auf öffentlichen Druck aus der Messe Innsbruck wieder ausgeladen wurden, musste der Verband "Deutsche Burschenschaft" sein umstrittenes Treffen am Samstag in ein Lokal in einem Innsbrucker Gewerbegebiet abhalten. Die deutsch-nationalen Korporierten tagten unter Ausschluss der Öffentlichkeit im östlichen Teil der Tiroler Landeshauptstadt.

Knapp über 100 Burschenschafter versammelten sich in einem verhältnismäßig kleinen Raum. Prominente Sympathisanten wie der Freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas Mölzer, dessen Besuch im Vorfeld kolportiert worden war, erschienen nicht. Dies sei ohnehin nur eine "Zeitungsente" gewesen, sagte der Sprecher der Deutschen Burschenschaft, Walter Tributsch.

Burschenschafter-Marsch durch Innsbruck

Zuvor hatten sich die Burschenschafter . Während sich die Korporierten dort versammelten, gab es zum Teil lautstarke Proteste von rund 1.000 Demonstranten. Unter anderem flogen Schneebälle auf die Teilnehmer des Verbandstreffen. Zudem skandierten die Demonstranten: "Nieder mit der Nazi-Pest" oder "Stopp dem Faschismus in jedem Land".

Im Zuge der Demonstrationen gegen den Burschenschaftermarsch wurde eine Person wegen versuchten Widerstands gegen die Staatsgewalt und eine weitere wegen eines tätlichen Angriffs festgenommen, teilte ein Sprecher der Polizei mit. Bei rund 15 Personen wurden Identitätsfeststellungen durchgeführt.

Korporierte protestierten gegen Proteste

Die Burschenschafter ihrerseits hielten Transparente mit Slogans wie "Burschenschafter für Meinungsfreiheit" oder "Heute bei der Messe, morgen in der Verfassung. Ich bin die linke Gewalt". Zudem hatten sie Plakate dabei, die Innsbrucks Bürgermeisterin Christiane Oppitz-Plörer zeigten, wie sie eine andere Burschenschafterin küsst. Die Polizisten mussten gleich zu Beginn des Marsches einschreiten, um Demonstranten, die sich in den Weg gestellt hatten und die Straße blockierten, zu entfernen. Erneut einschreiten mussten die Beamten bei Sitzstreiks an der Inn- und der Universitätsbrücke. Diese wurden von den Sicherheitskräften ebenfalls aufgelöst. Die Polizei stand am Samstag mit rund 300 Mann im Einsatz. Die Tiroler Beamten wurden durch Exekutivkräfte aus Wien, Vorarlberg und Kärnten verstärkt.

Die geplante Route des Burschenschaftermarsches führte vom Innsbrucker Stadtteil St. Nikolaus den Inn entlang zur Universität und weiter zur Messe. Von dort sollen die deutsch-nationalen Burschenschafter mit Autos zu ihrem Veranstaltungsort im östlichen Teil der Stadt gebracht werden.

Nächste Seite: Auch Gegner der Burschenschafter marschierten. Die knapp hundert Burschenschafter wurden dabei von einem Großaufgebot der Polizei eskortiert, auch ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Im Vorfeld gab es zwei Festnahmen. Das umstrittene Verbandstreffen fand anschließend in einem nicht-öffentlichen Lokal im Gewerbegebiet statt.

Neben der Demonstration gegen den Burschenschafter-Marsch gab es parallel auch noch den eigentlichen vom "Aktionsbündnis Innsbruck gegen Faschismus" organisierte Protestmarsch. Die Demonstranten hatten sich am Platz vor dem Landhaus versammelt und starteten gegen 14 Uhr ihren Protestzug durch die Innenstadt weiter zu Innsbrucker Messe.

Am Landhausplatz hielten die Organisatoren eine Kundgebung ab. Die Sprecherin des Aktionsbündnisses, Claudia Schütz, meinte, man habe als Zivilgesellschaft "viel erreicht". Denn ohne deren Druck wäre es nie zum Vertragsausstieg der Messe gekommen. Vor ein paar Jahren wären die Burschenschafter in Innsbruck noch von den Verantwortlichen begrüßt und die Demonstranten als "Chaoten" beschimpft worden. Heute aber begrüße Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer (Für Innsbruck) - die selbst Mitglied der Damenverbindung - die Gegendemonstration, so Schütz.

Demonstranten sollen CV-Mitglied attackiert haben

Zu einem gewalttätigen Zwischenfall ist es vor dem Haus einer katholischen Studentenverbindung gekommen. Zwanzig Demonstranten passten den CV-Senior ab und einer versetzte ihm einen Faustschag ins Gesicht. Der Cartellverband teilen zwar optisch den "Wix", das Outfit, mit den Burschenschaften, die eindeutig deutschnationale Gesinnung lehen sie allerdings ab.

Der Präsident des Österreichischen Cartellverbandes Florian Tursky, selbst Mitglied der Austria Innsbruck, zeigt sich über den Vorfall entsetzt: "Das letzte Mal, dass das Austriahaus in Innsbruck angegriffen wurde, war beim Sturm der Nationalsozialisten auf unser Haus im März 1938", hieß es in einer Aussendung. Bei der Polizei Bei der Polizei war der Zwischenfall am Nachmittag noch nicht bekannt.

Der Ring freiheitlicher Studenten (RFS) gab wiederum bekannt, dass er die Österreichische Hochschülerschaft (ÖH) der Uni Wien wegen Untreue angezeigt hat. Der Grund dafür sei, dass die ÖH im Internet vergünstigte Anreisemöglichkeiten zu der Demonstration gegen die Verbandstagung angeboten habe.

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