Bus-Chauffeur: "Darum machte ich den Wolfsgruß"

Der Wolfsgruß einer Gruppe von Wiener-Linien-Lenkern sorgte für einen heftigen Aufschrei in den Sozialen Netzwerken. Ein Betroffener wurde nun fristlos entlassen und spricht in "Heute".

Zwei Kinder hat er, eine Frau in Karenz – aber keinen Job mehr. Fristlos entlassen, von den Wiener Linien. "Wegen eines Kindergarten-Blödsinns", wie er nun erzählt. Besnik H. (35, Name geändert) sitzt zusammengesunken im Büro seines Anwalts Mirsad Musliu (Kanzlei Rast). "Mein Leben liegt in Trümmern, ich stehe vor dem Nichts – wegen eines vertrottelten Grußes, der einfach einem idiotischen Gruppenzwang geschuldet war."

"Es war ein Kindergatenspiel"

Worauf er anspielt: Am 25.1. war gegen 18.00 Uhr in der Garage Rax der Wiener Linien in Favoriten eine kleine Feier der Mitarbeiter im Gange. "Ich hatte davor einen Tee getrunken und ging dann zu den Kollegen. Ich war der einzige Albaner, es wurde Türkisch gesprochen – was ich allerdings nicht verstehe." Und dann kam es zum "Kindergartenspiel", wie Besnik H. es heute nennt. "Ich habe den Wolfsgruß, wie die anderen dort auch, mitgemacht."

"Keine Verbindung zu türkischer Partei"

Die Bedeutung (der "Wolfsgruß" ist ein Symbol der rechtsextremen türkischen "Grauen Wölfe") will er "definitiv nicht gekannt haben. "Ich habe auch keinerlei Verbindung zu einer türkischen Partei", behauptet er nun. Dennoch lösten die Wiener Linien das Dienstverhältnis nach einer Anhörung ("es war mehr wie eine Einvernahme") zum 30. Jänner auf. Das für den Familienvater Bittere daran: "Ich habe sogar gesehen, dass ein Video aufgenommen wird. Doch ich Depp habe mir nix dabei gedacht."

"Könnte mich ohrfeigen"

Um sich juristisch wehren zu können, mandatierte er nun Anwalt Mirsad Musliu. Der sagt: "Der Arbeitgeber hat hier ganz klar über das Ziel hinausgeschossen. Wir werden die Entlassung daher anfechten."

Besnik H. fügt zerknirscht hinzu: "Es wäre mein einziger Wunsch, wieder meinem Traumjob als Bus-Chauffeur nachgehen zu dürfen. Ich kann nicht mehr schlafen seit das passiert ist und könnte mich selbst ohrfeigen."

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