Busfahrerin lässt Frau im Rollstuhl an Station sitzen

Bild: Helmut Graf

Wegen eines technischen Problems im Bus ließ eine Busfahrerin der Wiener Linien eine junge, schwer kranke Frau in ihrem Rollstuhl an einer 14A-Station einfach stehen. Im Nachhinein tut es der Fahrerin leid.

Wegen eines technischen Problems im Bus ließ eine Busfahrerin der Wiener Linien eine junge, schwer kranke Frau in ihrem Rollstuhl an einer 14A-Station einfach stehen. Alle anderen Fahrgäste durften mitfahren. Im Nachhinein tut es der Fahrerin leid. 

Am Dienstag den 25. November wollte eine 23-Jährige, die an Multipler Sklerose leidet und deshalb im Rollstuhl sitzt, mit dem 14A in Richtung Neubaugasse fahren. Sie wartete mit einer Freundin gegen halb elf Uhr am Vormittag an der Station Arbeitergasse. Als der Bus an der Station hielt, fuhr die Fahrerin die Rampe aus, die es der Rollstuhlfahrerin ermöglichen sollte, in den Bus zu gelangen. Dann jedoch wollte das Gefährt partout nicht anspringen. 

Rollstuhlrampe verhinderte Weiterfahrt 

Die Fahrerin funkte in die Zentrale, um sich dort Rat zu holen. Mit ihrer Erklärung, der Rollstuhl sei schuld am Stehenbleiben des Busses, verärgerte sie die betroffenen Fahrgäste zutiefst. Die Busfahrerin forderte alle Fahrgäste - auch die Rollstuhlfahrerin - auf, den Bus zu verlassen. Dann säuberte sie die Rampe und den Sensor, der ein richtiges Einfahren der Vorrichtung verhindert hatte. Als das Gefährt wieder fahrtüchtig war, stand schon der nächste 14A in der Station. Daraufhin ließ die Fahrerin ihre Fahrgäste einsteigen, ohne die Rampe erneut auszufahren. Sie startete den Bus und brauste, ohne der Rollstuhlfahrerin auch nur ein Wort zu sagen, ohne sie davon. 

Stehengelassene Rollstuhlfahrerin erbost

Nun kochten die Emotionen erst richtig hoch. Die Busfahrerin, gestresst durch die lange Stehzeit und unter dem Zeitdruck, ihren Fahrplan einzuhalten, hatte sich gedacht, dass der nachfolgende Bus die 23-Jährige mitnehmen solle, da sie sowieso schon spät dran sei. Dem Fahrgast, so die Überlegung der Wiener Linien-Angestellten, entstehe ja keine zusätzliche Wartezeit, da doch der nächste Bus bereits in der Station stand. Die junge Frau im Rollstuhl hingegen war alles andere als amüsiert, einfach ohne ein Wort stehen gelassen zu werden. 

Der Busfahrerin, so die Wiener Linien, tue ihr rüdes Verhalten sehr leid.

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