Buslenker schleift Leiche über 70 Kilometer (!) mit

Die Leiche wurde erst Stunden später unter dem Bus entdeckt.
Die Leiche wurde erst Stunden später unter dem Bus entdeckt.Bild: Screenshot Times of India
Ein Mann wurde mitten in der Nacht überfahren: Der Buslenker merkte nichts und brauste einfach weiter – mit der Leiche als "blinder Passagier".
Ein Busfahrer des staatlichen Transportunternehmens KSRTC in Karnataka, Indien, wurde Samstagfrüh festgenommen, nachdem ein Autowäscher eine Leiche unter seinem Fahrzeug gefunden hatte – der Tote war über 70 Kilometer mitgeschleift worden.

"Es ist der bizarrste Fall, der uns je untergekommen ist", erklärt ein Sprecher des Unternehmens gegenüber dem Nachrichtenportal "Times of India": "Wir haben schon von Unfallopfern gehört, die 200 bis 300 Meter von unseren Bussen mitgeschleift wurden, doch dieser Fall hat uns die Sprache verschlagen."

Der Unfall war bei einer Nachtfahrt passiert. Auf seiner Route von Coonoor nach Bengaluru hatte Gefährt etwa 70 Kilometer vor seinem Ziel eine Person erfasst. "Ich dachte der Bus hätte einen Stein erwischt. Ich habe nichts in den Seiten- und Rückspiegeln gesehen, also bin ich weitergefahren", erinnerte sich Chaffeur Mohinuddin (45) bei seiner Einvernahme durch die Polizei.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Nachdem er schließlich gegen 2.35 Uhr nachts in Bengaluru ankam, habe er den Bus ins Depot gefahren habe sich in einem Aufenthaltsraum Schlafen gelegt. Erst gegen 8 Uhr vormittags wurde der Bus in eine Waschanlage gebracht, wo schließlich der Tote entdeckt worden war.

Zehn Jahre unfallfrei

Das Opfer sei 30 bis 40 Jahre alt, seine Identität ist noch nicht geklärt. Der Busfahrer wurde daraufhin festgenommen und wegen fahrlässiger Tötung im Straßenverkehr und Unterschlagung von Beweismitteln angezeigt.

Zehn Jahre hatte Mohinuddin Busse von A nach B gefahren – stets unfallfrei. "Ich hätte nie daran gedacht, dass ein Mensch unter meinem Wagen gelandet ist", wird der geschockte Mann zitiert.

Besonders tragisch: Auf der Strecke gibt es etliche Geschwindigkeitsbumper. "Der Leichnam hätte von dem Vehikel fallen müssen, als der Bus darüber rumpelte. Es ist wirklich schockierend, dass er an der Karosserie stecken geblieben ist", erklärt ein Kollege. (red)

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