Wirtschaft

Buwog Liechtenstein: Anwalt dementiert

Heute Redaktion
14.09.2021, 03:39

Der Anwalt eines Geschäftspartners von Ex-Finanzminister Grasser soll beschlagnahmte Unterlagen aus dem Liechtensteiner Landgericht unerlaubt an sich genommen und erst Wochen später zurückgegeben haben. Der Anwalt Grassers weist jetzt Zusammenhänge mit dem Aktendiebstahl zurück.

Die Affäre um entwendete Akten zur Causa BUWOG sorgt weiter für Wirbel. Mnfred Ainedter, Rechtsanwalt von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, hat heute dementiert, dass sein Mandant in die Ermittlungen gegen einen Anwalt in Liechtenstein involviert sei. "Grasser hat Null Einfluss auf die Vorgänge in Liechtenstein", sagte Ainedter. Er selber wisse davon nur aus den Medien. "Es ist Grasser auch vollkommen egal, weil diese Unterlagen schon vor Monaten der Staatsanwaltschaft vorgelegt wurden".



Die Regierung in Liechtenstein verspricht restlose Aufklärung des Falles. Wie berichtet haben Recherchen ergeben, dass der Liechtensteiner

Die Akten, die aus einer Hausdurchsuchung im April stammen, wurden erst Wochen später an das Gericht zurück gegeben. Nun steht Fälschungsverdacht im Raum. Die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein hat Ermittlungen gegen den Anwalt eingeleitet. Der betroffene Anwalt, der in Liechtenstein Politiker der Fortschrittlichen Bürgerpartei ist, war auch in Grassers Stiftungen aktiv, bestätigt sein Anwalt und weist Zusammenhänge mit dem Aktendiebstahl zurück.



Sondersitzung

Am Donnerstag werde die Liechtensteinische Regierung zu diesem Thema eine außerordentliche Regierungssitzung abhalten, teilte der Sprecher der Regierung mit.



Hausdurchsuchung

Die Hausdurchsuchung, die laut Obersten Gerichtshof nicht rechtmäßig war, wurde bei einem Wirtschaftstreuhänder und Ex-Manager der Meinl European Land durchgeführt. Gegen ihn wird in der Meinl Affäre ermittelt. In der BUWOG-Causa wird er nicht als Beschuldigter geführt. Allerdings interessiert sich die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien für seine Geschäftsverbindungen zu Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser.



Denn der Mann könnte eine Rolle bei den Finanztransaktionen von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser in Liechtenstein und der Schweiz spielen. Über die Züricher Ferint AG steht der Manager mit Grasser und dessen Schwiegermutter, Marina Giori Lohta in Geschäftsverbindungen. Über ein Konto der Ferint bei der Meinl Bank, hat Grasser noch zu seiner Zeit als Finanzminister 500.000 Euro in den Kauf von Thilo Berlins Genussscheinen der Kärntner Hypo-Bank investiert. Angeblich als Treugeber für seine Schwiegermutter, Marina Giori Lhota.



Die Wiener Korruptionsstaatsanwaltschaft hegt den Verdacht, dass Grasser das lukrative Geschäft mit den Berlin-Genussscheinen auf eigene Rechnung gemacht hat. Gewinn: über 280.000 Euro. Es steht im Raum, dass das Geld für die Genussscheine möglicherweise aus Walter Meischbergers Provision bei der BUWOG-Privatisierung stammen könnte.

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