Cafe Drechsler muss in unfreiwillige Sommerpause

Bild: Café Drechsler

Das legendäre Cafe Drechsler am Wiener Naschmarkt blickt auf eine 90-jährige Geschichte zurück, und hat sich seit der Revitalisierung 2007 erneut als Fixpunkt in der Wiener Lokalszene etabliert. Schweren Herzens geht das Cafe aber von 4. Juni bis 3. September in den verlängerten Sommerurlaub. Der Grund: Ein großzügiger Gastgarten wurde trotz jahrelanger Anträge nicht bewilligt.

Das bekannte Cafe Drechsler am Wiener Naschmarkt sperrt zu - zumindest für drei Monate: Vom 4. Juni bis 3. September geht das Lokal in den "verlängerten Sommerurlaub", wie am Donnerstag in einer Aussendung mitgeteilt wurde. Als Grund wurde das Fehlen eines großzügigen Schanigartens genannt. Ein solcher sei trotz jahrelanger Anträge nicht bewilligt worden. Die Bezirksvorstehung weist die Kritik zurück.

Man gehe "schweren Herzens" in die Pause, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Manfred Stallmajer. Es gebe derzeit nur vier Tische an der Wienzeile. Damit könne das Drechsler nicht mit den Lokalen am Naschmarkt, der sich zu einer beliebten "Outdoor-Meile" entwickelt habe, mithalten.

Größerer Gastgarten wurde nicht genehmigt

Eine Genehmigung für einen größeren Gastgarten sei nicht erteilt worden, genauso wenig wie Sitzplätze auf dem Grünstreifen vor dem benachbarten Alfred-Grünwald-Park, beklagte der Geschäftsführer. Er sammelt nun Unterschriften: Stammgäste und andere Unterstützer können noch bis 4. Juni eine im Cafe Drechsler aufliegende Petition an die Bezirksvorstehung Mariahilf unterschreiben, in der gefordert wird, die entsprechende Erlaubnis zu erteilen.

Bezirksvorsteherin weist Kritik zurück

Die Bezirksvorsteherin von Mariahilf, Renate Kaufmann (SPÖ), hat sich am Donnerstag über die dreimonatige Sommerpause für das Cafe Drechsler erstaunt gezeigt. Die Vorgangsweise der Geschäftsführung könne nicht nachvollzogen werden, befand sie in einer Aussendung. Sie betonte, dass die Einrichtung eines größeren Schanigartens - wie vom Lokal gewünscht - nicht möglich gewesen sei. Das liege am knappen Parkplatzangebot im Bezirk, wie sie versicherte.

Das Cafe Drechsler betreibt laut Bezirk einen 7,60 Meter langen Schanigarten an der Linken Wienzeile, und zwar am Gehsteig. Zusätzlich gestand der Bezirk der Geschäftsführung einen Schanigarten in der Parkspur der Giradigasse in der Länge eines Autos zu. "Darauf verzichtete jedoch die Geschäftsführung", berichtete Kaufmann. Der zweite Gastgarten hätte im Juli und im August eingerichtet werden dürfen.

"Unfair" gegenüber anderen Lokalen

Die vom Lokal gewünschte Vergrößerung des Schanigartens im Straßenraum wäre gegenüber allen anderen 316 Gastronomiebetrieben in Mariahilf unfair, die mit demselben Anliegen an den Bezirk herantreten würden, versicherte Kaufmann. Der öffentliche Raum sei heiß begehrt. Aufgrund der Stellplatzsituation sei es nicht möglich, einen Schanigarten länger als die zwei Monate bzw. größer als im Ausmaß eines Parkplatzes zu bewilligen. Sie kritisierte zudem, dass der Betrieb nun Mitarbeiter in die Arbeitslosigkeit schicke.

APA/red.

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