"Call of Duty Black Ops: Cold War"-Singleplayer im Test

"Call of Duty Black Ops: Cold War" ist jetzt erhältlich.
"Call of Duty Black Ops: Cold War" ist jetzt erhältlich.Activision
Neues Jahr, neues "Call of Duty". In "Cold War" stehen Spionage-Aktivitäten im Mittelpunkt – und das ist richtig gut.

Alle Jahre wieder: Ein neues "Call of Duty" erscheint, alle Fans stürzen sich auf den Multiplayer und lassen die Kampagne links liegen. Zumindest heuer zu unrecht, wie sich im Test zeigt. Denn "Call of Duty Black Ops: Cold War" geht mit einer fantastisch erzählten, wenn auch kurzen, Story an den Start.

Mitten im Kalten Krieg

"Call of Duty Black Ops: Cold War" spielt zu einem großen Teil in den 80er-Jahren. Der Kalte Krieg hält den Westen und den Osten in Atem. Ein Terrorist mit dem Codenamen "Perseus" droht indes, das fragile Gleichgewicht der Machtverhältnisse ins Chaos zu stürzen. Das zu verhindern ist die Aufgabe des legendären Trios aus dem ersten "Black Ops", Woods, Mason und Hudson. Dazu gesellen sich der offenbar an Robert Redford angelehnte CIA-Agent Adler und der Spielcharakter, Codename "Bell".

"Bell" kann zu einem gewissen Grad sogar personalisiert werden. Voller Name, und Charaktereigenschaften, die gewisse Boni wie mehr Gesundheit oder schnelleres Nachladen bringen, werden zum Start der Kampagne in die eigene Personalakte eingetragen. Dabei kann "Bell" sowohl männlich als auch weiblich sein. Das Aussehen wird übrigens nicht definiert, man sieht das Gesicht schlicht nie – und auch Dialoge führt "Bell" ausschließlich über Textauswahl.

Der Kalte Krieg als Hintergrund der Story um gestohlene Atombomben und Verschwörungen liefert den Entwicklern der Kampagne von Raven Software die perfekte Vorlage, um neben der Blockbuster-Action (auch die gibt es) vor allem auf Spionage-Gameplay zu setzen. Schleichen, das heimliche Fotografieren von Hinweisen, die in den zwei optionalen Missionen eingesetzt werden müssen, und Kills aus dem Hinterhalt nehmen viel Raum ein. Das größte Highlight im Spiel ist eine Sequenz im KGB-Hauptquartier, in der man keinen einzigen Schuss abgibt, sondern besonnen und leise auf mehrere Weisen sein Ziel erreichen kann.

Schöne Schießbude

Die Shooter-Passagen, von denen es immer noch genug gibt, spielen sich wie klassisches "Call of Duty". Nicht allzu schlaue Gegner werden in Schießbudenmanier über den Haufen geschossen. Das Gunplay ist hervorragend, die Schüsse knallen richtig und das Trefferfeedback fühlt sich enorm befriedigend an. Besonders anspruchsvoll ist das freilich alles nicht, es sei denn man spielt auf einem höheren Schwierigkeitsgrad. Zudem bietet das Spiel drei verschiedene Enden, die sich allerdings weniger aus den Dialogoptionen im Laufe der Kampagne, sondern eher einer großen Entscheidung gegen Ende speisen.

"Heute" spielte die etwa vier- bis fünfstündige Kampagne auf der neuen Xbox Series X. "Call of Duty Black Ops: Cold War" läuft auf den Next-Gen-Konsolen mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde, HD-Texturen und Raytracing-Beleuchtung sorgen für topaktuelle Grafikpracht. Wenn der Laserstrahl einer Waffe an der Felge eines Autos reflektiert wird und den Boden physikalisch konkret beleuchtet, sorgt das zwar nicht für mehr Spielspaß, ist aber dennoch äußerst beeindruckend. Die Schauplätze der Kampagne, insbesondere die atmosphärischen Passagen bei Nacht, machen ordentlich was her. 

Fazit

Es hat schon etwas, wenn man die Mission direkt von Präsident Reagan, der für das Game perfekt digital zum Leben erweckt wurde, erhält. Zudem überrascht die Kampagne von "Call of Duty Black Ops: Cold War" immer wieder mit eher ruhigen Momenten, die einen schönen Kontrast zu den bombastischen Action-Passagen bilden. Ob sich der Vollpreis alleine für die Story lohnt, ist allerdings fraglich. Wer das Game aber schon hat, kann zwischen den Multiplayer-Schlachten aber ohne Bedenken auch in die Kampagne reinschauen.

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