Eric X. hatte eine Studentin vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt: Bis zuletzt wollte er kein Geständnis ablegen. Jetzt hat der Richter entschieden.
In Handschellen und Fußfesseln wurde dem Ghanaer Eric X. im Bonner Landesgericht der Prozess gemacht. Der 31-Jährige hatte im April eine junge Camperin vor den Augen ihres Freundes vergewaltigt. Er selbst leugnete nicht nur Tat bis zuletzt, sondern verhöhnte während der Verhandlung auch das Opfer.
Jetzt hat der Prozess gegen den abgelehnten Asylwerber ein Ende gefunden. Das Gericht entschied auf eine Haftstrafe von elfeinhalb Jahren, nachdem die Staatsanwaltschaft zuvor einen Gefängnisaufenthalt von 13 Jahren gefordert hatte. Der Verteidiger des Vergewaltigers stellte auf Grund der erdrückenden Beweislast offenbar keine Forderungen gestellt. Das Gericht solle das Strafmaß selbst ermessen, soll er laut "Bild" gebeten haben.
Notruf-Protokoll schockte
Das Protokoll des Polizeinotrufs hatte am zweiten Prozesstag für Fassungslosigkeit gesorgt. Während seine Freundin vor seinen Augen vergewaltigt wurde, griff der hilflose Student zum Handy und wählte den Notruf. Doch die Dame vom Funk nahm ihn nicht ernst.
"Come out, bitch. I wanna fuck you."
Der 31-Jährige hatte sich in der Nacht auf den 2. April in der Bonner Siegaue an das Zelt des Studentenpärchens angeschlichen. "Er schnitt gegen 0.15 Uhr das Zelt der Zeugen auf", las die Oberstaatsanwältin Claudia Trauzettel vor, während Eric X. zuhörte.
Danach soll er das erschrockene Paar mit einer Säge bedroht haben. Die Oberstaatsanwältin: "Er zeigte mit der Astsäge auf die Zeugin: 'Come out, bitch. I wanna fuck you.' Die Zeugin kam der Aufforderung nach. Sie hatte Todesangst.
Außerhalb des Zeltes zog er seine Hose runter und verging sich an ihr. Die Astsäge lag griffbereit in der Nähe." Nach der Tat türmte der gebürtige Ghanese. Aus dem Zelt hätte er noch sechs Euro und eine Lautsprecherbox gestohlen. (red)