Es ist Tradition in Cannes, einige der besten Filme fürs Festival-Finale aufzuheben. So auch diesmal: Kanadas Regie-Wunderknabe Xavier Dolan (25) schuf mit der wilden, grellen Mutter-Sohn-Geschichte "Mommy" einen Film, der einen Großteil der Konkurrenz in jeder Hinsicht alt aussehen lässt.
Es ist Tradition in Cannes, einige der besten Filme fürs Festival-Finale aufzuheben. So auch diesmal: Kanadas Regie-Wunderknabe Xavier Dolan (25) schuf mit der wilden, grellen Mutter-Sohn-Geschichte "Mommy" einen Film, der einen Großteil der Konkurrenz in jeder Hinsicht alt aussehen lässt.
für das junge Kino des Xavier Dolan eine Palme bereithält. Schon jetzt kann man aber prophezeien, dass sein Film "Mommy" einer der Arthaus-Hits des Jahres 2014 werden wird. Das atemlose und atemraubende Familiendrama rankt sich um einen unzähmbaren Teenager mit ADHS-Syndrom, um seine exaltierte und attraktive Mutter sowie um eine Freundin der Familie, die in ihrem Beruf als Lehrerin ein Problem hat. Sie stottert.
"Mommy"
Der Plot: der 15-jährige Steve () wieder täglich mit dem wilden Knaben konfrontiert. Das ist, bei aller Mutterliebe, kein Honiglecken. Wenn Steve etwas nicht passt, rastet er in der Sekunde komplett aus und neigt zu verbaler wie körperlicher Gewalt. Er wirkt wie die Jugendausgabe jenes Typus Mann, der im Rausch die eigene Frau verprügelt und im Kater tränenreich um Vergebung winselt.
) allerdings wirkt ein wenig kalmierend auf Mutter und Sohn Zu gegenseitigem Nutzen. Steve wird eine Spur zugänglicher - und Kyla bringt öfter mal einen ganzen Satz heraus, ohne zu stottern.
"Filme zu machen ist wie eine harte Droge"
"Mommy" ist ein rasant geschnittenes und mit viel fetziger Musik beschleunigtes Kinostück in einem ungewöhnlichen Bildformat (fast quadratisch). Das Drama wirkt wie ein familiärer Horrorfilm, der trotzdem ein wenig Hoffnung auf eine bessere Zukunft macht. Der 25-jährige Xavier Dolan legt mit "Mommy" bereits seinen fünften Kinofilm vor. "Filme zu machen ist wie eine harte Droge", sagte der manische Arbeiter in Cannes. "Man braucht immer mehr davon. Niemand weiß, wie viel Lebenszeit einem geschenkt wird. Also will ich hier und jetzt kreativ sein."
Gunther Baumann, Cannes
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