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Caps-Coach: "Fühle mich schon wie ein Schaffner"

Die Eiszeit beginnt! Am Freitag starten die Vienna Capitals in Graz die Titel-Jagd. Mit neuem Trainer, neuen Cracks – und neuer Spielfläche. 

Erich Elsigan
Franz Kalla hofft auf eine spannende Saison.
Franz Kalla hofft auf eine spannende Saison.
GEPA

52 Spiele warten auf die Vienna Capitals bis zum 23. Februar 2024 – danach starten im Idealfall die Play-offs. Ein langer Weg, der am Freitag in Graz beginnt und am Sonntag mit dem Heimspiel gegen Laibach fortgesetzt wird.

Auf die Fans wartet viel Neues. Vor allem das Team wurde radikal umgebaut. "Die Gesichter haben sich geändert, aber nicht die Strategie", sagt Caps-Manager Franz Kalla bei der Auftakt-Pressekonferenz in Kagran. "Es könnten gegen Graz zehn Spieler ihr Debüt feiern. Wir haben sieben Legionäre und elf Eigenbauspieler." Vor allem auf Letzteres ist Kalla stolz. "Ein Alleinstellungsmerkmal. Wir gehen einen mutigen Weg, das ist unsere Philosophie."

Neu ist auch der Mann an der Bande. Der Kanadier Marc Habscheid löste Dave Barr ab. Der 60-Jährige hat eine beeindruckende Vita – er spielte einst an der Seite von Wayne Gretzky in der NHL und coachte Kanada 2004 zum WM-Titel. Jetzt hat mit den Capitals große Pläne.

"Wir sind hier, um zu gewinnen", stellt er klar. "Aber es braucht auch Geduld, um Dinge zu entwickeln. Unser Spiel soll schneller werden, man wird mehr Bewegung sehen. Wir sind auch hier, um die Menschen zu unterhalten."

"Coaching ist wie das Erziehen von Kindern"

Habscheid vergleicht das Coachen mit dem "Erziehen von Kindern. Man muss auf sie achten. Wenn sie müde sind, wecke ich sie auf. Wenn sie ausflippen, hole ich sie auf den Boden zurück. Ich habe es mit Menschen zu tun, nicht nur mit Eishockeyspielern. Ich möchte, dass sie auf dem Eis zusammenhalten, dass jeder für jeden kämpft."

In Wien fühlt sich der Trainer pudelwohl. "Es ist großartig. Ich könnte bis an mein Lebensende täglich in ein Museum oder Restaurant gehen. Auch an die Öffis habe ich mich mittlerweile gewöhnt. Ich fühle mich schon wie ein Schaffner."

Die dritte Caps-Neuerung betrifft die Steffl Arena. In der Vorsaison mussten zahlreiche Heimspiele verschoben werden, weil die Kühlanlage den Geist aufgab. "Für heuer wurde eine mobile Eistechnik installiert", erklärt Michael Janata von der MA 51 (Abteilung Sport). "Es wurden Aggregate verbaut – inklusive Wartungsvertrag." Bezahlt wird die Überbrückungslösung von der Stadt. "Sonst müssten wir den Spielbetrieb einstellen", gesteht Manager Kalla. 

Rotter wird am Sonntag verabschiedet

Die alte Eistechnik wird parallel ausgebaut und durch eine neue ersetzt. Zudem wurde eine belastungsreduzierende Bande errichtet. "In Rekordzeit", sagt Janata. Die nächsten Infrastruktur-Schritte in Kagran? "Es wird eine PV-Anlage installiert. Die komplette Halle wird zudem untersucht, wie sie elektrotechnisch beinander ist. Wir wollen das Energiekonzept auf neue Beine stellen."

Kalla ergänzt: "Als die Halle gebaut wurde, spielte Nachhaltigkeit noch keine große Rolle."

Die Fans dürfen sich jedenfalls auf eine spektakuläre Saison freuen – mit einem ersten Highlight am Sonntag. Klub-Ikone Rafael Rotter wird feierlich verabschiedet, ehe der Routinier seine Karriere in Kitzbühel ausklingen lässt.

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