Superheldin mit Stern, Charme und Photonen

Die erste Titelheldin der Marvel Studios kämpft erfolgreich gegen galaktische Macho-Allüren.
Wir schreiben das Jahr 1995: In den Internetcafés kreischen die Modems, VHS-Kassetten liegen im Trend, und die Erde hat noch keine Superhelden, als Captain Marvel (Brie Larson) in Los Angeles strandet. Ein Kampfanzug mit fettem Stern kennzeichnet sie als Weltall-Polizistin, aus ihren Händen feuert sie Photonen.

Weil Captain Marvels Boss und Mentor Yon-Rogg (Jude Law) noch in der Milchstraße feststeckt, muss ihr der spätere Avengers-Gründer Nick Fury (digital verjüngt und noch ohne Augenklappe: Samuel L. Jackson) auf der Jagd nach bösen Formwandler-Aliens, den Skrulls, beistehen.

Der Trailer von "Captain Marvel":



Captain Marvel
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Spurensuche in der Vergangenheit



Weil die Superheldin neu im Marvel Cinematic Universe ist, braucht sie natürlich auch eine Origin-Story. Im Gegensatz zu den anderen Avengers-Filmen, wird diese in Rückblenden abgehandelt. Bruchstückhaft erinnert sich Captain Marvel an ihre Vergangenheit als Air-Force-Pilotin Carol Danvers und füllt langsam die Lücken in ihrem Gedächtnis.

Die altbekannten Formeln des Comic-Movie-Genres bricht der Film dabei nicht auf. Zigfach wiedergekäute Merksätze ("Du musst die beste Version deiner selbst sein", "Alles, woran ich geglaubt habe, war eine Lüge") führen durch Carols Selbstfindung, die trotz eines imposanten Plottwists keine großen Überraschungen bietet.

Grund zum Jubeln



Was den Film sympathisch und sehenswert macht, ist seine charmante Neunziger-Nostalgie und das Novum einer weiblichen Titelfigur. In Kombination erweisen sich diese Stärken als unschlagbar. Wenn Captain Marvel etwa einen Trupp muskelbepackter Krieger zu den Klängen von No Doubts "Just a Girl" vermöbelt, muss man einfach jubeln.

Lange haben sich die Marvel Studios vor der Verantwortung gedrückt, ihrem jungen Publikum ein weibliches Vorbild zu geben, das alle Mannsbilder im Universum in den Schatten stellen kann. Captain Marvel nimmt es nicht nur mit den Skrulls, sondern auch mit Macho-Allüren, Peniswitzen ("Deshalb nennt man es ein COCKpit") und ungerechten Arbeitsverhältnissen auf. Unterstützt von der besten Kinokatze seit Jonesy ("Alien", 1979) macht sie Hoffnung auf ein vielfältigeres Marvel-Filmuniversum.

Fazit:



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"Captain Marvel" startet am 7. März 2019 in den österreichischen Kinos. Ab 25. April ist die Superheldin in "Avengers: Endgame" im Einsatz.

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