Carrie schwer misshandelt: Bedingte Strafe für Frau

Bild: Daniel Schreiner
Der Fall rund um Chihuahua "Carrie" hatte österreichweit für Entsetzen gesorgt: Der Beißkorb wurde mit einem alten BH-Träger ums Maul geschnürt, das Ergebnis war furchtbar.
Jung und unbekümmert stampfte eine 21-jährige St. Pöltnerin am Dienstag in den St. Pöltner Verhandlungssaal: Sie hatte in einer Wohnung in der Herzogenburger Straße in St. Pölten Hündchen "Carrie" schwer misshandelt, den Beißkorb mit einem alten BH-Träger fixiert. Die kleine Schnauze des Hundemädchens war bis auf die Knochen aufgeschunden, Gewebe war abgestorben. Tierfreundin Claudia Polat rettete schließlich das arme Geschöpf ("Heute" berichtete).

Hund bleibt im Tierheim

Tierschutzvereine und sogar Politiker schalteten sich ein, kümmerten sich um das Chihuahua-Mädchen. In der Folge entstand ein Streit um die Übernahme der Behandlungskosten und dann um den Verbleib von "Carrie" – der Hund bleibt bis auf weiteres im Tierheim.

Vor Gericht heute in St. Pölten meinte die recht einfältige 21-Jährige: "Ich wollte nicht, dass sich die Nachbarn aufregen, wenn der Hund kläfft." Rund eine Woche habe die Mindestsicherungsbezieherin den Beißkorb mit dem alten Busenhalter-Träger fixiert, Verwesungsgeruch durch abgestorbenes Gewebe habe sie nicht wahrgenommen (Anm.: laut der Retterin roch es in der Wohnung und im Stiegenhaus nach totem Fleisch). Der Freund der zweifachen Mutter habe gar nichts mitbekommen: "Der sitzt den ganzen Tag vorm Computer."

Übrigens: Wegen Verletzungen und Vernachlässigens eines Hundes hatte die junge Frau bereits einmal 800 Euro Strafe von der Behörde bekommen, aber kein Hundehalteverbot.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. Das Urteil jetzt: zehn Monate bedingte Haft wegen Tierquälerei (nicht rechtskräftig) und ein Hundehalteverbot.

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